ROUNDUP: IG Metall zurrt Forderung inklusive Arbeitszeitverkürzung fest

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die IG Metall macht Ernst mit ihrer Forderung nach kürzeren Arbeitszeiten mit teilweisem Lohnausgleich. Neben sechs Prozent mehr Geld verlangt die größte deutsche Gewerkschaft für die rund 3,9 Millionen Beschäftigten in der deutschen Metall- und Elektroindustrie das individuelle Recht, über maximal zwei Jahre die Wochenarbeitszeit auf 28 Stunden reduzieren zu können. Einen entsprechenden Beschluss hat der Bundesvorstand der IG Metall am Donnerstag in Frankfurt gefasst und gleichzeitig die bisherigen Tarifverträge gekündigt.

Für bestimmte Gruppen wie Schichtarbeiter, Eltern junger Kinder oder Pflegende verlangt die Gewerkschaft bei verkürzter Arbeitszeit Zuschüsse zwischen 750 und 2400 Euro im Jahr, um Lohnausfälle auszugleichen. Die Regelungen sollen auch im Tarifgebiet Ost gelten, wo bislang noch mit 38 Stunden drei Stunden länger gearbeitet werden muss als im Westen.

Die Arbeitgeber bezeichneten die Forderungen als nicht erfüllbar. In vielen Betrieben werde bereits händeringend nach Fachkräften gesucht, erklärte Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger. Einen Lohnausgleich lehnte er strikt ab: "Der geforderte Freizeitzuschuss ist eine Stilllegeprämie für Fachkräfte. Mehr Geld für Nichtstun wird es mit uns nicht geben." IG Metall-Chef Jörg Hofmann bezeichnete sein Modell hingegen als Instrument gegen den Fachkräftemangel.

Die Verhandlungen für die wichtigsten deutschen Industriezweige beginnen am 15. November unter anderem in Baden-Württemberg, wo schon häufig Pilotabschlüsse verabredet worden sind. Warnstreiks sind nach dem Ende der Friedenspflicht bundesweit ab dem 1. Januar möglich.