ROUNDUP/Ifo-Prognose: Ost-Wirtschaft wächst langsamer - mehr Beschäftigung

dpa-AFX

DRESDEN (dpa-AFX) - Die ostdeutsche Wirtschaft wächst nach einer Prognose des Dresdner Ifo-Institutes im kommenden Jahr um 2,0 Prozent und bleibt damit hinter dem bundesweiten Wert (2,6 Prozent) zurück. "Wir profitieren vom gesamtdeutschen Aufschwung, aber nicht in dem Maße wie der Westen", sagte Joachim Ragnitz, Vize-Chef der Dresdner Ifo- Niederlassung, am Dienstag in Dresden. Deutschland befinde sich auf dem Weg in eine Hochkonjunktur. Da die Exportquote ostdeutscher Firmen und damit ihre Beteiligung am Welthandel aber schwächer ausfalle, bleibe die Dynamik im Osten hinter der gesamtdeutschen Entwicklung zurück.

Ifo-hatte unlängst die Prognose für Deutschland angehoben, weil Risiken wie der Brexit inzwischen geringer bewertet werden als zuvor. Für dieses Jahr rechnen die Ifo-Wissenschaftler gleichfalls mit einem Wachstum in Ostdeutschland von 2,0 Prozent, in ganz Deutschland sollen es 2,3 Prozent sein. Der Aufschwung habe eine breite Basis, sagte Ragnitz und nannte neben der starken Binnennachfrage den Export sowie Investitionen.

Die gute Konjunkturlage schlägt auch auf die Beschäftigung durch. Für 2017 erwartet das Institut im Osten ein Plus von mehr als 110 000 Erwerbstätigen (plus 1,4 Prozent). Im kommenden Jahr wird ein Zuwachs von 85 000 (plus 1,1 Prozent angenommen. Im Jahresverlauf 2017 hätten sowohl der Export als auch die Investitionen in der ostdeutschen Wirtschaft zugelegt, betonte der stellvertretende Dresdner Ifo-Chef. Da die Kapazitäten ausgelastet seien, werde wieder mehr investiert.

Motor für den Aufschwung ist die Industrie. In deren Sog legen auch die unternehmensnahen Dienstleister zu, lautete eine weitere Prognose. Demgegenüber habe sich das Expansionstempo im Wohnungsbau nach einem sehr starken Jahr 2016 wieder verlangsamt. Alles in allem zeigte sich Ragnitz sehr zufrieden: "Wir haben eine gute Konjunkturlage."