ROUNDUP/HSH-Nordbank-Chef Ermisch: Wir haben die Privatisierung verdient

dpa-AFX

HAMBURG (dpa-AFX) - Gute Zahlen, schlechte Zahlen: Die HSH Nordbank hat eine glänzende und eine dunkle Seite. Die Kernbank, in der das gut laufende Geschäft mit Immobilien und Kraftwerken, mit profitablen Schiffen und mit gesunden Unternehmen gebündelt ist, steht ausgezeichnet da. Sie verdiente in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mit 506 Millionen Euro vor Steuern mehr als erwartet, nach 342 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Und da ist die Abbaubank, die Altlasten der Vergangenheit zusammen mit dem nicht-strategischen Geschäft verwaltet. Sie verlor vor Steuern 348 Millionen Euro, vor allem durch die Kosten für den Abbau von Altlasten und weitere Risikovorsorge für Schiffskredite.

Die Gesamtbank hat damit 173 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 171 Millionen) vor Steuern und 158 Millionen Euro (160 Millionen) nach Steuern verdient, wie aus dem am Donnerstag in Hamburg vorgelegten Bericht über das erste Halbjahr hervorgeht. Um die Verluste der Abbaubank zu finanzieren, musste die HSH Nordbank auch kräftig Wertpapiere verkaufen. Vorstandschef Stefan Ermisch lenkte den Blick auf die positiven Ereignisse des ersten Halbjahres.

Die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein müssen die HSH Nordbank bis Ende Februar verkaufen. Die bislang von den Ländern gegebenen Garantien von zehn Milliarden Euro werden von der Bank voll in Anspruch genommen und sind für die Länder verloren. Der Hamburger Finanzsenator Peter Tschentscher sagte der "Bild"-Zeitung, die HSH Nordbank werde noch ungefähr weitere vier Milliarden Euro kosten.