ROUNDUP: Hochtief-Mutter ACS prüft Gegengebot für Autobahnbetreiber Abertis

dpa-AFX

MADRID (dpa-AFX) - Die spanische Hochtief-Mutter ACS fasst eine milliardenschwere Übernahme des Autobahnbetreibers Abertis mit Sitz in Barcelona ins Auge. Das bestätigte der Baukonzern am Freitag. Eine Entscheidung gibt es noch nicht. Zuvor hatte die spanische Zeitung "Expansion" darüber berichtet. Die Zeitung schrieb, ACS könne Hochtief dabei als Übernahmevehikel nutzen.

Die ACS-Aktie verlor in Madrid am Morgen fast 5 Prozent an Wert, während die Abertis-Papiere um rund 1,4 Prozent zulegten. Dem Abwärtssog von ACS konnte sich auch der Essener Baukonzern Hochtief nicht entziehen, dessen Aktien am Vormittag 5,5 Prozent verloren. ACS hält knapp 72 Prozent an Hochtief.

Abertis hatte bereits im Mai eine Offerte über 16,3 Milliarden Euro von Atlantia erhalten, dem Investmentvehikel der italienischen Benetton-Familie . Damit könnte ein Bieterkampf um Abertis entstehen, sollte sich ACS zu einem Angebot entschließen. Ein Abertis-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern. Großaktionär Criteria Caixa hatte zuletzt das Atlantia-Angebot als "freundlich" bezeichnet.

ACS war schon einmal mit fast 26 Prozent an Abertis beteiligt. Wegen seiner hohen Verschuldung verkaufte der spanische Konzern 2010 einen Teil davon an den Finanzinvestor CVC. Die restlichen Anteile gab ACS 2012 ab. Nach Ansicht des UBS-Analysten Bosco Ojeda gibt es keine nennenswerten Synergien zwischen dem Baugeschäft von ACS und dem Unternehmen Abertis, das einen großen Teil der spanischen Autobahnen betreibt. Der Hochtief-Konzern selbst, der stark im Infrastrukturgeschäft vertreten ist, verfügt über eine äußerst solide Bilanz und über keine Nettoverschuldung.