ROUNDUP: Henkel wird wegen hoher Kosten pessimistischer

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DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der Konsumgüter-Konzern Henkel <DE0006048432> wird wegen der hohen Rohstoff- und Transportkosten für das laufende Jahr pessimistischer. So sollen die Ergebniskennziffern 2021 am unteren Ende der bisherigen Prognosespanne liegen, teilte das Unternehmen am Montag in Düsseldorf mit. Dabei kappte Henkel bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr den Margenausblick.

Die Aktie verlor am Vormittag mehr als fünf Prozent, Investoren zeigten sich enttäuscht. Celine Pannuti von der US-Bank JPMorgan monierte neben den schwächeren Ergebnisaussichten insbesondere die rückläufige Entwicklung im Geschäft mit Haar- und Körperpflege. Die strukturelle Kehrtwende sei bei Henkel bislang ausgeblieben.

Angespannte Lieferketten und steigende Rohstoff- und Transportkosten stellten besondere Herausforderungen dar, erklärte Konzernchef Carsten Knobel zu den Zahlen. Der weiter starke Kostenanstieg belaste die Wirtschaft stärker als angenommen. Zudem bleibe die Unsicherheit hoch, wie sich die Pandemie und ihr Einfluss auf Konsum und Industrie weiterentwickelten. Daher ruderte Henkel beim Ausblick zurück. Die bereinigte Umsatzrendite gemessen am Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) wird nun bei rund 13,5 Prozent erwartet, das bereinigte Ergebnis je Aktie soll im hohen einstelligen Prozentbereich steigen.

Bislang war Henkel von einer bereinigten Ebit-Marge von 13,5 bis 14,5 Prozent und einer Steigerung des bereinigten Ergebnis je Aktie im hohen einstelligen bis mittleren Zehn-Prozent-Bereich ausgegangen. Der Umsatzausblick bleibt mit einem erwarteten Wachstum aus eigener Kraft von 6 bis 8 Prozent unverändert.

Seinen Wachstumskurs setze Henkel trotz des schwierigen Marktumfeldes auch im dritten Quartal fort. Alle Unternehmensbereiche hätten ihr entsprechendes Vorkrisenniveau übertroffen, so Knobel. Dabei schwächten sich die Zuwachsraten im Vergleich zu den Vorquartalen ab. Im Quartal wuchs der Umsatz organisch - sprich bereinigt um Wechselkurseffekte sowie Zu- und Verkäufe - um 3,5 Prozent und damit etwas stärker als von Analysten im Schnitt erwartet. Dabei profitierte der Konzern von Preiserhöhungen, die verkauften Mengen blieben nahezu unverändert. Nominal nahm der Umsatz um 1,9 Prozent auf knapp 5,1 Milliarden Euro zu. Ergebniskennziffern nennt das Unternehmen zum dritten Quartal traditionell nicht.

Wachstumstreiber war dabei erneut das Klebstoffgeschäft, das organisch um sieben Prozent zulegte. Einige Bereiche konnten dort sogar zweistellig zulegen, wie Henkel berichtete. Leicht rückläufig zeigte sich das Geschäft mit der Automobilindustrie, die derzeit unter einem Chipmangel leidet, sowie Metallen. Das Geschäft mit Wasch- und Reinigungsmittel setzte zwei Prozent mehr um, hier profitierte Henkel von einer guten Waschmittelnachfrage. Rückläufig war hingegen die Kosmetiksparte, die organisch um drei Prozent weniger umsetzte.

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