ROUNDUP: Gewinn von SMA Solar halbiert - Aber Geschäftsbelebung erwartet

dpa-AFX

NIESTETAL (dpa-AFX) - Der anhaltende Preisverfall in der Solarbranche hat SMA Solar im ersten Halbjahr zu schaffen gemacht. Allerdings zeigten sich im zweiten Quartal im Vergleich zu den ersten drei Monaten erste Erholungstendenzen. So habe SMA die Umsätze in diesem Zeitraum um 20 Prozent steigern können, erklärte Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon am Donnerstag in Niestetal bei Kassel. "Für die zweite Jahreshälfte erwarten wir vor dem Hintergrund des starken Auftragseingangs in allen Märkten eine weitere deutliche Belebung des Geschäfts."

Im ersten Halbjahr sank der Umsatz aber noch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 100 Millionen auf 381 Millionen Euro. Das Nettoergebnis wurde mit 8,8 Millionen Euro mehr als halbiert.

Die Zahlen lägen auf den ersten Blick etwas unter den Erwartungen der Analysten, erklärte ein Händler. Vorbörslich rutschte die Aktie auf der Handelsplattform Tradegate um mehr als 3 Prozent unter den Xetra-Schlusskurs des Vortages. Nachdem SMA Solar die Jahresprognose bereits Anfang August erhöht hatte, war der Kurs allerdings auch deutlich angezogen. Nun könnte es zu einer Gegenbewegung kommen, sagte der Händler.

Die Jahresprognose hatte das Unternehmen wegen der positiven Auftragslage erhöht und erwartet nun einen geringeren Ergebnisrückgang als zunächst befürchtet. Das Unternehmen begründete die besseren Aussichten mit dem hohen Auftragsbestand sowie einer starken Nachfrage in allen Märkten, vor allem in der Region Asien-Pazifik.

SMA stellt vor allem Wechselrichter für Solaranlagen her. Mittelfristig setzt Vorstandschef Urbon auf Wachstum bei Speichertechniken für den gewonnenen Sonnenstrom. Auch die Digitalisierung in der Energiewirtschaft steht auf der Agenda.

Für das Gesamtjahr geht SMA von einem Umsatz von 900 Millionen bis 950 Millionen Euro aus. Das operative Ergebnis (Ebitda) dürfte 85 Millionen bis 100 Millionen erreichen. 2016 hatte SMA aufgrund des herben Preisverfalls einen Umsatzrückgang um fast vier Prozent auf knapp 947 Millionen Euro verbucht. Das Ebitda betrug 141,5 Millionen Euro.