ROUNDUP/'Genug ist genug': Forderung nach Überprüfung der Iowa-Vorwahl

DES MOINES/WASHINGTON (dpa-AFX) - Nach dem Chaos bei der ersten Vorwahl der Demokraten im US-Präsidentschaftsrennen hat der Parteichef Tom Perez eine Überprüfung der Ergebnisse gefordert. "Genug ist genug", erklärte Perez am Donnerstag auf Twitter. Angesichts der Probleme bei der Übertragung der Ergebnisse und um das öffentliche Vertrauen wieder herzustellen, fordere er die Demokratische Partei in Iowa dazu auf, "unverzüglich" mit einer Überprüfung zu beginnen. Ob damit eine komplette Neuauszählung der Stimmen gemeint war, wurde nicht unmittelbar klar.

Perez schrieb in einem weiteren Tweet, es gehe um eine Überprüfung der Unterlagen von jeder einzelnen Parteiversammlung in Iowa, um die Genauigkeit der Angaben sicherzustellen.

Bei diesen sogenannten "Caucus"-Treffen an mehr als 1600 Orten hatten Demokraten und Republikaner in Iowa am Montagabend darüber abgestimmt, wen sie für den besten Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei halten. Allerdings hatten bei den Demokraten technische Probleme bei der Übertragung der Ergebnisse per App zu Chaos und Verzögerungen geführt, weshalb es auch Tage später noch kein endgültiges Ergebnis gab.

Veröffentlichte Teil-Ergebnisse - aus 97 Prozent aller Wahlbezirke - sehen bislang den früheren Bürgermeister Pete Buttigieg und den linken Senator Bernie Sanders fast gleichauf. Der 38-jährige Buttigieg hält derzeit einen knappen Vorsprung vor Sanders.

Sanders bedankte sich am Donnerstag bei den Menschen in Iowa für einen "sehr starken Sieg", der in dem Bundesstaat erzielt worden sei. Er beklagte sich zugleich über die "Unfähigkeit" der Demokratischen Partei in Iowa, die Wahlresultate rechtzeitig bekanntzugeben.

Der Chef der Demokratischen Partei in Iowa, Troy Price, hatte sich für die Panne entschuldigt und versichert, die vorgelegten vorläufigen Zahlen seien absolut korrekt. Die "New York Times" hatte aber erst am Donnerstag - kurz vor Perez' Stellungnahme - berichtet, es gebe Unregelmäßigkeiten bei den übermittelten Daten.

Das Vorwahl-Prozedere bei "Caucus"-Treffen ist kompliziert und unterscheidet sich deutlich von Abstimmungen per Wahlzettel. Es war mit späten Ergebnissen gerechnet worden. Eine derartige Verspätung hatte allerdings niemand erwartet.

US-Präsident Donald Trump, der bei der Wahl am 3. November für eine zweite Amtszeit antreten will, machte sich bei einer Ansprache am Donnerstag im Weißen Haus über die Demokraten lustig und sprach von einem "Fiasko" in Iowa. Die Demokraten seien nicht mal in der Lage, einige Stimmen auszählen, spottete er.

Am kommenden Dienstag steht die nächste Vorwahl in New Hampshire an. In Umfragen liegt Sanders dort bislang in Führung. Die Vorwahlen ziehen sich insgesamt bis Juni hin. Endgültig gekürt werden die Präsidentschaftskandidaten der Demokraten und Republikaner dann im Sommer auf Nominierungsparteitagen.