ROUNDUP: Fortschritt für Bau der Tesla-Fabrik - Erste Mitarbeiter vermittelt

·Lesedauer: 2 Min.

GRÜNHEIDE (dpa-AFX) - Der Bau der neuen Fabrik des US-Elektroautobauers Tesla <US88160R1014> in Grünheide bei Berlin kommt einen Schritt voran: Das Brandenburger Landesumweltamt genehmigte die Tragwerke für Dächer und Außenwände im Bereich der Gießerei und des Presswerks. Der vorzeitige Beginn dieser Baumaßnahme sei zugelassen worden, teilte das Umweltministerium am Dienstag in Potsdam mit. Das sei möglich, da der Umfang der Prüfung nicht sehr groß sei.

Dagegen wird der Antrag für einen vorzeitigen Beginn für die Lackiererei und die weitere Rodung von Wald, auf den Tesla wartet, weiter geprüft. Darin sollen Erkenntnisse aus der Anhörung von Kritikern der Fabrik fließen. Der Autobauer hält jedoch weiter an seinem Zeitplan fest. Für das erste Tesla-Werk dieser Art in Europa steht die komplette umweltrechtliche Genehmigung durch das Land bisher aus, deshalb baut das Unternehmen über vorläufige Zulassungen.

Nach Angaben der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder) wurden die ersten rund 200 Personen als Lagermitarbeiter bei Tesla vermittelt. Er rechne insgesamt mit zunächst 7000 unbefristeten Vollzeitstellen bis kommenden Sommer, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur, Jochem Freyer, dem "Handelsblatt". Zum Ende der ersten Ausbaustufe 2022 sollen 5000 weitere folgen. Im Dezember gebe es Bewerbertage, bei denen am Abend gleich entschieden werde. Tesla äußerte sich zunächst nicht.

Die Beschäftigten würden sich im Wesentlichen aus Arbeitslosen und Jobwechslern rekrutieren, sagte Freyer. Tesla stelle auch Mitarbeiter ein, die längere Zeit ohne Job waren oder nicht über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügten. Ein Einstiegsgehalt von 2700 Euro sei zu erwarten, mit einschlägiger Berufsausbildung etwa ab 3500 Euro brutto im Monat.

In der Automobilbranche seien die Einstiegsgehälter deutlich höher, das wisse auch Tesla, sagte Birgit Dietze, IG-Metall-Bezirksleiterin Berlin-Brandenburg-Sachsen. Tesla brauche für die ehrgeizigen Pläne eine hoch motivierte Belegschaft. "Die bekommt man nur, wenn man auch etwas bietet", sagte sie. Typischerweise würden gute Arbeitsbedingungen in Tarifverträgen geregelt. "Als IG Metall haben wir uns Ende März an den Europa-Chef von Tesla gewendet und bisher noch keine Antwort erhalten."

Entscheidend sei, was hinter den ins Spiel gebrachten 2700 Euro stehe - es gehe um Wochenarbeitszeit, Urlaubsanspruch, Weihnachts- und Urlaubsgeld, aber auch Zuschläge für Schichtarbeit, Überstunden oder Wochenendarbeit, sagte die IG-Metall-Bezirkschefin. "Nimmt man das alles zusammen, kommen Un- und Angelernte nach unseren Tarifverträgen auf höhere Entgelte." Brandenburgs Linksfraktionschef Sebastian Walter sagte mit Blick auf das prognostizierte Einstiegsgehalt: "Das ist für mich noch lange keine Bestätigung, dass Tesla am Ende nicht doch Niedriglöhne zahlt."

Tesla will in Grünheide vom kommenden Sommer an Elektroautos herstellen. In einer ersten Stufe sind 500 000 Fahrzeuge im Jahr mit rund 12 000 Mitarbeitern geplant.