ROUNDUP: Flatexdegiro von schwindender Anlegerlust gebremst - Prognose bestätigt

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Online-Broker Flatexdegiro <DE000FTG1111> hat wegen des abkühlenden Anlegerinteresses im ersten Halbjahr wie erwartet weniger Geschäft verzeichnet als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz lag mit 209,6 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert von gut 226 Millionen Euro, wie das im SDax <DE0009653386> notierte Unternehmen am Dienstag nach Börsenschluss in Frankfurt mitteilte. Das war etwas weniger als von Analysten im Mittel erwartet. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) sackte um knapp ein Viertel auf 81,8 Millionen Euro ab, unter anderem wegen gestiegener Marketingkosten.

Flatexdegiro hatte bereits im Juni die Prognose gekappt und von einer Normalisierung des Anlegerverhaltens nach dem vorangegangenen Rekordjahr gesprochen. Die gesenkte Prognose wurde nun bestätigt. Laut dieser sollen bis Ende des Jahres brutto zwischen 600 000 und 700 000 Neukunden gewonnen werden. Der Umsatz wird zwischen 400 und 440 Millionen Euro erwartet. Davon soll prozentual als bereinigtes operatives Ergebnis ähnlich viel bleiben wie 2021. Da lag die Marge bei 42,4 Prozent.

Im ersten Halbjahr brachen die Transaktionen nun um fast 30 Prozent ein, gleichzeitig wurde im Schnitt aber mit 5,31 Euro gut ein Euro mehr Umsatz gemacht. Ein Niveau von "deutlich über 5 Euro" erwartet das Management auch für das Gesamtjahr. Bei den brutto gewonnenen Neukunden liegt Flatexdegiro nach sechs Monaten mit 282 500 hingegen etwas hinter den selbstgesteckten Zielen.

Der Aktienkurs legte nach der Zahlenvorlage nachbörslich auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs rund eineinhalb Prozent zu auf 9,48 Euro. Den endgültigen Halbjahresbericht will das Unternehmen am 30. August veröffentlichen.

Erst Anfang Juli war der Aktienkurs bis auf 8,49 Euro und damit den tiefsten Stand seit Mitte 2020 gefallen. Damit ist fast der gesamte Anstieg, den das Papier seit Ausbruch der Corona-Pandemie eingefahren hatte, aufgezehrt. Da die Handelsaktivität gerade in den Lockdowns deutlich zugelegt hatte und gleichzeitig die Aktienmärkte boomten, hatte der Kurs des Papiers im Juni 2021 bis auf fast 30 Euro angezogen.

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