ROUNDUP: Fed bestätigt Zinserwartungen für Dezember - Inflationssorgen bleiben

dpa-AFX

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die US-Notenbank Fed hat die Zinserhöhungserwartungen für Dezember bestätigt. Viele Mitglieder im geldpolitischen Ausschuss der US-Notenbank Fed halten eine "zeitnahe" Leitzinserhöhung für notwendig, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll (Minutes) zur jüngsten Sitzung des geldpolitischen Ausschusses (FOMC) vom 31. Oktober bis 1. November hervorgeht.

Die Finanzmärkte gehen weiterhin fest davon aus, dass die US-Notenbank auf ihrer nächsten Sitzung Mitte Dezember erneut den Leitzins anheben wird. Er dürfte dann um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 1,25 bis 1,50 Prozent klettern.

Allerdings habe es auch einige Mitglieder gegeben, die sich angesichts der niedrigen Inflation gegen eine baldige Leitzinsanhebung aussprachen, hieß es in der Mitteilung. Zu rasche Zinserhöhungen könnten die Glaubwürdigkeit der Fed belasten. Die Sorge angesichts der niedrigen Inflation war weit verbreitet. So hätten mehrere Mitglieder die Sorge geäußert, dass die niedrige Inflation zu einem Rückgang der Inflationserwartungen führen könnte.

Viele Mitglieder im FOMC sahen laut dem Protokoll die Gefahr, dass die Inflation länger unter dem Zielwert von 2,0 Prozent bleiben könnte. Die belastenden Faktoren könnten sich als dauerhafter erweisen. Skeptisch mit Blick auf die Inflationsentwicklung hatte sich zuletzt auch die Notenbankvorsitzende Janet Yellen geäußert. "Es kann ziemlich gefährlich sein, wenn man ein Absinken der Inflation zulässt", hatte sie am Dienstag gesagt.

Trotz eines robusten Aufschwungs der amerikanischen Wirtschaft und fast Vollbeschäftigung am Arbeitsmarkt blieb die Preisentwicklung bisher hinter den Erwartungen der Notenbanker zurück. Während die Arbeitslosenquote im Oktober auf 4,1 Prozent gefallen war und damit auf den niedrigsten Stand seit fast 17 Jahren liegt, steigen die Löhne nach wie vor ungewöhnlich schwach. Laut dem Protokoll sahen auch viele Notenbanker die Gefahr, dass die Lohnentwicklung schwach bleibt.

Es gab jedoch auch einige Mitglieder, die vor Aufwärtsrisiken bei der Inflation warnten. Schließlich habe die US-Wirtschaft Vollbeschäftigung erreicht und die Engpässe am Arbeitsmarkt sollten zunehmen. Falls man zu lange mit Zinserhöhungen warte, könnte dies zu Ungleichgewichten an den Finanzmärkten führen.

Der Eurokurs legte nach der Veröffentlichung zu und stieg auf ein Tageshoch von 1,1827 US-Dollar. US-Staatsanleihen bauten ihre Kursgewinne aus. Die US-Aktienmärkte reagierten hingegen kaum auf die Daten.