ROUNDUP/Experte: Drohnen-Einsatz außerhalb der Sichtweite bald Normalfall

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KÖLN (dpa-AFX) - Drohnen werden nach Ansicht eines Luftfahrtexperten schon in wenigen Jahren in Deutschland über weite Strecken unterwegs sein. "Die Drohnentechnologie schreitet voran, in fünf bis zehn Jahren dürften Einsätze außerhalb der Sichtweite des steuernden Piloten üblich sein", sagte der Vorsitzende des Europäischen Hubschrauber Verbandes (EHA - European Helicopter Association), Peter Möller, der dpa in Köln.

Dabei geht es zum Beispiel um Inspektionsflüge entlang von Bahnstrecken, Wasser- und Gasleitungen, Stromautobahnen sowie an Fabriken, Kraftwerken und Windparks. Hierfür sind bisher Hubschrauber unterwegs. Zudem dürfte die Drohnen-Suche nach vermissten Personen ebenso auf die Tagesordnung rücken wie Versorgungsflüge vom Festland auf Inseln, etwa für Medikamente, so die Einschätzung des Fachmanns.

An diesem Dienstag beginnt in Köln die dreitägige Messe "European Rotors" mit rund 150 Ausstellern. Darunter sind Hubschrauberfirmen, aber auch Drohnen-Anbieter - etwa Avy Drones aus Belgien, Dufour Aerospace aus der Schweiz oder Airial Robotics aus Deutschland. Neben dem Verband EHA ist die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) Mitveranstalter der Messe. Die in Köln ansässige EU-Behörde ist für das Regelwerk der gesamten europäischen Luftfahrt zuständig, so auch für die Zulassung und den Einsatz von unbemannten Luftfahrzeugen.

Laut dem Verband für unbemannte Luftfahrt sind in Deutschland etwa 430 000 Drohnen im Umlauf, die meisten davon sind kleine Flugkörper für private Zwecke. Gut ein Zehntel der Drohnen wird kommerziell genutzt - dieses Marktsegment wuchs zuletzt stark. Allerdings fliegen die allermeisten Profi-Drohnen nur in Sichtweite des Fernpiloten: Flüge außerhalb der Sichtweite sind nur im Versuchsstadium möglich - im Fachjargon heißen solche Einsätze "Beyond Visual Line of Sight" (BVLOS).

Dass solche Flüge noch nicht der Regelfall sind, hat aus Sicht von Möller zwei Gründe. Zum einen müsse die Flugdauer der Drohnen erhöht werden, damit sich ein gewerblicher Einsatz lohne. Zum anderen müsse technisch gewährleistet sein, dass eine Drohne einen Hubschrauber und andere Luftfahrzeuge erkennen und automatisch ausweichen ann. Entsprechende Signale müssten verschickt und von den anderen Luftfahrzeugen auch empfangen werden. "Bisher kann man den bemannten und unbemannten Flugverkehr noch nicht miteinander koordinieren - dafür sind Technologien nötig, an deren Entwicklung die Branche mit Hochdruck arbeitet", sagt Möller.

Derzeit würden BVLOS-Drohnentests vorab angekündigt und dann ein Teil des Luftraums gesperrt. Für einen kommerziellen Regelbetrieb über weite Strecken sei das aber zu aufwendig.

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