ROUNDUP/Eurozone: Unternehmensstimmung erneut schlechter

dpa-AFX

LONDON (dpa-AFX) - Die Unternehmensstimmung im Euroraum hat sich im Juli den zweiten Monat in Folge eingetrübt. Wie das Institut IHS Markit in London mitteilte, lag der von ihm erhobene Einkaufsmanagerindex bei 55,8 Punkten. Das sind 0,5 Zähler weniger als im Vormonat. Im April und im Mai hatte das Konjunkturbarometer mit 56,8 Punkten einen mehrjährigen Höchststand markiert. Auch nach dem aktuellen Rückgang liegt die Kennzahl deutlich über der Grenze von 50 Punkten und signalisiert damit Wachstum.

Belastet wurde die Stimmung durch den Industriesektor, wo der Indikator deutlich nachgab. Allerdings liegt er weiterhin auf hohem Niveau. Die Stimmung im Dienstleistungsgewerbe stagnierte. In Deutschland trübte sich die Stimmung in beiden betrachteten Sektoren ein, in Frankreich war sie in der Industrie besser und bei den Dienstleistern schlechter.

"Trotz abgeschwächter Wachstumsraten in Industrie und Servicesektor blieb die Eurozone im Juli auf solidem Expansionskurs", kommentierte Markit die Umfrageergebnisse. Chefvolkswirt Chris Williamson sprach dennoch von einer geringeren Dynamik des Konjunkturaufschwungs. "Die Abkühlung und der damit einhergehende nachlassende Preisdruck dürfte den Eindruck verstärken, dass die EZB keine Eile hat, die Zügel bei der Geldpolitik anzuziehen und sie sich damit alle Optionen offenhält, bis sie sich ein genaueres Bild von der Nachhaltigkeit des Aufschwungs verschaffen hat."

^Region/Index Juli Prognose Vormonat

EURORAUM

Gesamt 55,8 56,2 56,3

Verarb. Gew. 56,8 57,2 57,4

Dienste 55,4 55,4 55,4

DEUTSCHLAND

Verarb. Gew. 58,3 59,2 59,6

Dienste 53,5 54,3 54,0

FRANKREICH

Verarb. Gew. 55,4 54,6 54,8

Dienste 55,9 56,7 56,9°

(Angaben in Punkten)