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ROUNDUP: Erneut US-Militärhilfe für Ukraine - Die Nacht im Überblick

WASHINGTON/KIEW (dpa-AFX) -Die USA stellen der Ukraine zur Abwehr des russischen Angriffskriegs erneut Militärhilfe zur Verfügung. Das US-Verteidigungsministerium teilte am Donnerstag in Washington mit, das neue Paket habe einen Umfang von rund 600 Millionen US-Dollar (rund 560,9 Millionen Euro). US-Außenminister Antony Blinken setzte unterdessen seinen Besuch in dem von Russland angegriffenen Land fort. Die russische Grenzregion Brjansk meldete ein Feuer auf einem Industriegelände nach einem Drohnenangriff.

Neue US-Hilfe beinhaltet Munition und Minenräumgerät

Das neue US-Hilfspaket beinhalte unter anderem Munition für die Mehrfachraketenwerfer vom Typ Himars, Artilleriemunition und Minenräumgerät, hieß es aus Washington. Bereits am Vortag hatten die USA - parallel zu dem Besuch von US-Außenminister Blinken in Kiew - Militärhilfe im Umfang von 175 Millionen Dollar (rund 163 Millionen Euro) angekündigt. Nach Ministeriumsangaben haben die USA seit dem Kriegsbeginn Ende Februar 2022 militärische Hilfe im Umfang von mehr als 43,7 Milliarden US-Dollar (rund 40,9 Milliarden Euro) für Kiew bereitgestellt oder zugesagt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj versicherte in seiner abendlichen Videoansprache, sich auch in Zukunft um internationale Militärhilfe für sein Land zu bemühen. "Wir arbeiten an mehr globalem Druck auf Russland", sagte er.

Blinken bei ukrainischen Grenzschützern und in Minenräumungszentrum

US-Außenminister Blinken besichtigte am zweiten Tag seines Ukraine-Besuchs von den USA gespendete Überwachungsdrohnen und gepanzerte Fahrzeuge in der Nähe von Kiew. "Für die ukrainischen Grenztruppen und die Polizei - mit Bewunderung für Ihren außergewöhnlichen Mut und den Dienst für Ihr Land und unsere Partnerschaft", schrieb er in ein Gästebuch.

Russische Grenzregion meldet Drohnenangriff auf Industrieanlage

In der russischen Grenzregion Brjansk wurde Angaben des Gouverneurs zufolge eine Industrieanlage von Drohnen attackiert, woraufhin ein Brand ausbrach. Feuer gefangen habe in der gleichnamigen Gebietshauptstadt Brjansk ein Verwaltungsgebäude, schrieb Alexander Bogomas auf Telegram. Er machte die Ukraine für den Drohnenangriff verantwortlich, bei dem niemand verletzt worden sei. Um was für eine Industrieanlage es sich genau handeln soll, war zunächst nicht bekannt.

Russland führt seit mehr als anderthalb Jahren einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland Ukraine. Immer wieder kommt es infolgedessen auch zu Beschuss auf russischen Staatsgebiet, oft in der Grenzregion. Opferzahlen und Schäden stehen dabei allerdings in keinem Verhältnis zu den Kriegsfolgen in der Ukraine.

Baerbock versteht Wunsch der Ukraine nach Taurus-Marschflugkörpern

Außenministerin Annalena Baerbock zeigte unterdessen Verständnis für die Forderung der Ukraine nach der Lieferung von weitreichenden Taurus-Marschflugkörper. Die Grünen-Politikerin wies in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe und der französischen Zeitung "Ouest France" (Freitag) darauf hin, dass die russische Armee riesige Minenfelder angelegt habe zwischen den besetzten Gebieten und dem Rest der Ukraine.

"Um die Menschen im Osten der Ukraine zu befreien, um russische Nachschublinien hinter der Verteidigungslinie zu treffen, muss der Minengürtel überwunden werden", sagte Baerbock. "Insofern ist die ukrainische Bitte nach Gerät mit größerer Reichweite mehr als verständlich." Die Außenministerin sprach sich zugleich für eine sorgfältige Prüfung aus.

Unesco stellt 20 Kulturgüter in der Ukraine unter besonderen Schutz

Die UN-Kulturorganisation Unesco stellte 20 Kulturgüter in der Ukraine unter verstärkten vorläufigen Schutz. Auch sei entschieden worden, die ukrainischen Sicherheitskräfte und das Justizpersonal im Schutz des Kulturerbes zu schulen, teilte die Unesco am Donnerstag in Paris mit. Aufgrund der Zerstörung von Kulturgütern in der Ukraine gab es auf Antrag des Landes eine Sondersitzung des Komitees für den Schutz von Kulturgütern bei bewaffneten Konflikten.

Zu den Kulturgütern, die die Unesco unter einen verstärkten Schutz stellt, gehören unter anderem das historische Zentrum von Lwiw, die Sophienkathedrale in Kiew sowie die Residenz der Metropoliten von Bukowina und Dalmatien in Tscherniwzi. Der besondere Schutzstatus erlaubt es, die mutmaßlichen Urheber der Zerstörungen an diesen Kulturgütern zu verfolgen oder auszuliefern, erläuterte die Unesco.

Was am Freitag wichtig wird

Vor dem G20-Gipfel am Wochenende in Neu Delhi will US-Präsident Joe Biden am Freitag den indischen Premierminister Narendra Modi treffen. Dabei soll es unter anderem um den Krieg in der Ukraine sowie dessen Auswirkungen auf ärmere Länder gehen, hieß es aus dem Weißen Haus.