ROUNDUP: Energiewirtschaft: CSU-'Klientelpolitik' gefährdet Energiewende

dpa-AFX

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die CSU gefährdet nach Ansicht der Stromkonzerne mit ihrer Forderung nach dauerhaften Entschädigungen für Landwirte die Energiewende. "Die Zeche müssen alle Stromkunden in Deutschland zahlen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft, Stefan Kapferer, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag). Die CSU betreibe eine "Klientelpolitik" zugunsten der Bauern im Freistaat, die für Stromtrassen auf ihrem Boden Geld erhalten sollen.

Die CSU-Pläne seien "Gift für das Mammutprojekt Energiewende", und rechtlich bewege sich die CSU auf "dünnem Eis", sagte Kapferer, der rund 1800 Unternehmen vertritt. "Eine solche Maut würde bedeuten, dass die Summe dieser jährlichen Entschädigungszahlungen irgendwann höher ist als die Kosten für die Stromleitung selbst. Das ist absurd."

Der Deutsche Bauernverband fordert für Grundeigentümer, die Leitungsbau erlauben, eine einmalige Entschädigung sowie jährlich zehn Euro pro Meter Stromtrasse. Im Bayernplan der CSU für die die Bundestagswahl heißt es: "Wir bewahren das einzigartige Bild unserer bayerischen Landschaft.(...) Die Grundeigentümer sollen durch eine wiederkehrende Vergütung in Form von dauerhaften Zahlungen einen angemessenen Ausgleich erhalten."

Der Bauernverband wies die Kritik der Energiewirtschaft zurück: "Eine angemessene Entschädigung der Landwirte und Grundstückseigentümer führt zu keiner spürbaren Mehrbelastung für Verbraucher, ganz anders als die faktisch garantierten Renditen der Netzbetreiber", sagte ein Sprecher. Wer fremden Grund und Boden nutze und damit wie die Unternehmen der Netzbetreiber fortwährend privatwirtschaftliche Gewinne erwirtschafte, müsse gerechterweise die Bodeneigentümer daran teilhaben lassen.