ROUNDUP: Energie- und Frachtkosten stimmen Lanxess vorsichtiger - Aktie fällt

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KÖLN (dpa-AFX) - Der Chemiekonzern Lanxess <DE0005470405> wird wegen hoher Energie- und Frachtkosten etwas vorsichtiger für das laufende Jahr. "Unser operatives Geschäft hat sich weiter erfreulich entwickelt und wir haben die stark gestiegenen Rohstoffkosten erfolgreich weitergegeben", sagte Konzernchef Matthias Zachert laut Mitteilung vom Donnerstag mit Blick auf das dritte Quartal. "Der beispiellose Anstieg von Energie-, Rohstoff- und Frachtkosten geht aber auch an uns nicht spurlos vorbei. Wir gehen davon aus, dass der Kostendruck im vierten Quartal noch einmal zunehmen wird."

Zachert kalkuliert für 2021 nun mit einem operativen Gewinn (bereinigtes Ebitda) am unteren Ende der im Sommer angehobenen Zielspanne von 1,00 bis 1,05 Milliarden Euro. Der Jahresausblick impliziere einen operativen Gewinn von etwa 210 Millionen Euro im Schlussquartal, was in etwa zwölf Prozent unter der mittleren Markterwartung liege, schrieb Analyst Chetan Udeshi von der Bank JPMorgan in einer ersten Einschätzung.

Bei den Anlegern kam der präzisierte Ausblick denn auch nicht gut an. Die Aktien knickten am Vormittag um 6,28 Prozent auf 55,80 Euro ein. Damit steht 2021 nun wieder ein Minus von rund elf Prozent auf der Kurstafel.

Da half es auch nicht, dass der Konzern die Gewinnerwartungen im abgelaufenen dritten Quartal erfüllte. So steigerte Lanxess den operativen Gewinn dank guter Geschäfte mit der Autoindustrie, aber auch mit Stoffen rund um Materialschutz, Desinfektionsmittel und Wasseraufbereitung um 44 Prozent auf 278 Millionen Euro. Auch die Übernahme von Emerald Kalama Chemical zahlte sich schon aus. Unter dem Strich blieb mit 74 Millionen Euro fast dreimal so viel hängen wie vor einem Jahr. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Corona-belasteten Vorjahresquartal um ein Drittel auf 1,95 Milliarden Euro.

Emerald Kalama ist mit umgerechnet rund 900 Millionen Euro eine der größten Übernahmen der Unternehmensgeschichte. Sie wurde Anfang August abgeschlossen. Emerald soll das Geschäft rund um Desinfektions- und Konservierungsmittel stärken und bietet Produkte für Aroma- und Duftstoffe, Konservierungsmittel für Lebensmittel sowie für Reinigungs- und Kosmetikprodukte an. Emerald erzielte im Corona-Jahr 2020 einen bereinigten operativen Gewinn von rund 80 Millionen Euro - fast zehn Prozent dessen, was Lanxess im vergangenen Jahr erwirtschaftete. Durch Einsparungen im Zuge des Kaufs sieht der MDax-Konzern weiteres Potenzial.

Und Lanxess-Chef Zachert treibt den Umbau des MDax-Konzerns in Richtung Spezialchemie weiter voran. Im August kündigte er die Übernahme des Microbial-Control-Geschäfts vom US-Duftstoff- und Aromenhersteller IFF für rund 1,3 Milliarden US-Dollar (1,1 Mrd Euro) an. Mit der Akquisition ist Lanxess auf dem Weg, einer der weltweit größten Anbieter antimikrobieller Schutzprodukte zu werden. Der Kauf soll im zweiten Quartal 2022 abgeschlossen werden.

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