ROUNDUP: Emder ThyssenKrupp-Belegschaft pocht auf Standortvorteile

dpa-AFX

EMDEN (dpa-AFX) - Die geplante Schließung des letzten Thyssenkrupp -Standortes im ostfriesischen Emden wäre nach Ansicht der Belegschaft mit hohen Kosten verbunden. Eine Verlagerung der 220 Arbeitsplätze nach Kiel oder andere Städte löse nicht die Probleme des Unternehmens, sondern verschärfe sie, sagten Betriebsräte von ThyssenKrupp Marine Systems am Freitag in Emden. Dort legten sie mit Vertretern der Gewerkschaft IG Metall ein Alternativkonzept zu den Schließungsplänen vor. Der Konzern hatte im August angekündigt, die Konstruktionsabteilung in Emden zu schließen und die 220 Arbeitsplätze abzuziehen.

Die Arbeitnehmervertreter rechnen mit bis zu 47 Millionen Euro Kosten und nur geringen Einsparungen durch die Umstrukturierung. Diese sei ein reines Verlustgeschäft ohne erkennbaren wirtschaftlichen Erfolg, die Maßnahme verbrenne nur Kapital, sagte die Betriebsratsvorsitzende Amke Wilts-Heuse.

Die Gewerkschaft IG Metall sieht dagegen noch viele ungenutzte Potenziale auf dem Gelände der ehemaligen Traditionswerft Nordseewerke. So seien die Aussichten für Aufträge im europäischen Marineschiffbau nicht schlecht, Emden biete für Fertigung und Reparatur von Über- und Unterwasserschiffen zahlreiche Möglichkeiten. Statt Schließung empfahlen Gewerkschafter und Betriebsräte einen Umbau des Standortes für neue Aufgaben.

Das Konzept soll kommende Woche der Landesregierung in Hannover vorgestellt werden. Am 19. Februar sind dazu Gespräche mit der Konzernspitze geplant.