ROUNDUP: EMA-Chefin: Begrenzte Zulassung für Astrazeneca-Impfstoff denkbar

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BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die EU-Arzneimittelagentur EMA schließt nicht aus, dass der Corona-Impfstoff von Astrazeneca <GB0009895292> in Europa nur für eine bestimmte Altersgruppe zugelassen wird. "Ich werde der Entscheidung nicht vorgreifen", sagte EMA-Chefin Emer Cooke am Dienstag in einer Anhörung im Europaparlament. Eine begrenzte Zulassung sei aber grundsätzlich möglich. Dies werde genau geprüft.

Cooke bestätigte, dass für den Astrazeneca-Impfstoff nur wenige Testdaten für ältere Menschen vorlägen. Die EMA prüfe nun im Zulassungsverfahren alle vorhandenen Daten darauf, was diese für die getesteten Bevölkerungsgruppen aussagten und was sich daraus belastbar für andere Gruppen schließen lasse. Die Behörde erhalte für das laufende Zulassungsverfahren immer noch neue Daten vom Hersteller. Diese trügen dazu bei, die Leistung des Impfstoffs besser einzuschätzen, sagte Cooke.

Hintergrund sind Berichte, wonach der Astrazeneca-Impfstoff für ältere Menschen womöglich weniger wirksam ist. Die EMA-Empfehlung zur Zulassung des Vakzins wird bis Freitag erwartet.

Cooke sagte in einer Anhörung des Gesundheitsausschusses auch, dass ein vierter Impfstoff - das Mittel von Johnson & Johnson <US4781601046> - bereits von der EMA begleitend zu Tests geprüft werde, in einer sogenannten Rolling Review. Doch gebe es noch keinen Zeitplan für eine Zulassungsentscheidung. Ein Antrag auf Zulassung des russischen Impfstoffs Sputnik V sei ebenfalls noch nicht bei der EMA eingegangen. Man habe aber bereits Kontakte zum Hersteller.