ROUNDUP: DZ Bank traut Dax im nächsten Jahr Anstieg auf 14 000 Punkte zu

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die DZ Bank traut Dax & Co 2018 einen weiteren Kursanstieg zu. Dank eines starken Wirtschaftswachstums und erneuter Rekordgewinne der Unternehmen dürfte der wichtigste deutsche Aktienindex bis Ende nächsten Jahres auf 14 000 Punkte steigen, sagte Chefanlagestratege Christian Kahler am Dienstag bei einem Ausblick auf die Kapitalmärkte. Vom aktuellen Niveau aus wäre das ein Plus von über 7 Prozent. Damit fiele der Anstieg allerdings etwas schwächer aus als im laufenden Jahr, für das derzeit knapp 14 Prozent zu Buche stehen.

Genau umgekehrt sieht es beim Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 aus, der dem Dax seit Jahresanfang mit einem Kurszuwachs von weniger als 9 Prozent hinterherhinkt: Ihm räumt Kahler bei 4000 Punkten annähernd 12 Prozent Luft nach oben ein.

Ohne die langsame Entwöhnung der Anleger von der ultraexpansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) wäre für beide Indizes sogar noch mehr drin, erklärte der Experte mit Blick auf die angekündigte Reduzierung der Anleihekäufe. Angesichts der niedrigen Inflation lasse eine echte geldpolitische Straffung aber weiter auf sich warten, so dass die Zinsen niedrig blieben und die Aktienmärkte vor größeren Korrekturen geschützt seien.

Mögliche kleinere Kursrückschläge würde Kahler daher nutzen, um die Aktienquote im Musterdepot der DZ Bank zu erhöhen. Sie liegt derzeit bei 41 Prozent und hatte dem Experten zufolge in der Vergangenheit bis zu 58 Prozent betragen.

Sorgen über zu hohe Bewertungen teilte der Anlagestratege nicht: Zwar "mehren sich an den Aktienmärkten die Anzeichen einer Überhitzung", erklärte er und verwies auf außergewöhnlich viele Aktienrückkaufprogramme sowie zahlreiche Börsengänge als klassische Indikatoren. "Dennoch verfügen die Unternehmen vielerorts unverändert über gesunde Bilanzen und respektables Ertragswachstum."

Da die steigenden Gewinne das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) im Dax und EuroStoxx in den beiden kommenden Jahren sinken ließen, seien Aktien dann auch wieder günstiger zu haben. Zudem sieht Kahler - anders als vor Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise 2007 - bei den Anlegern keine Anzeichen für eine überschießende Euphorie.