ROUNDUP: Deutsche Wirtschaftsverbände erleichtert über Macron-Sieg

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BERLIN (dpa-AFX) - Deutsche Wirtschaftsvertreter haben den Sieg von Emmanuel Macron bei der französischen Präsidentschaftswahl begrüßt. "Eine französische Präsidentin Marine Le Pen hätte Frankreich und die Europäische Union in eine tiefe interne Krise geführt", sagte Karl Haeusgen, Präsident des Verbands der Anlagen- und Maschinenbauer (VDMA). Die französische Bevölkerung habe sich mit der Wahl Macrons für eine Zukunft Frankreichs in der EU entschieden.

Ähnlich hatte sich zuvor BDI-Präsident Siegfried Russwurm geäußert. "Die deutsche Industrie ist erleichtert, dass Frankreich ein starker Partner in einer Zeit internationaler Krisen bleibt", erklärte Russwurm bereits am Sonntag in Berlin. Die großen Herausforderungen durch den Krieg in der Ukraine, durch Corona, im Klimaschutz und bei der Digitalisierung erforderten einen intakten deutsch-französischen Motor im Herzen Europas.

Gleichzeitig zeigte sich VDMA-Präsident Haeusgen besorgt über den hohen Stimmenanteil von Marine Le Pen und anderen politisch extremen Kandidaten im ersten Wahlgang vor zwei Wochen. "Der europäische Maschinen- und Anlagenbau mit seinen zahlreichen international vernetzten Unternehmen braucht nicht nur einen gut funktionieren EU-Binnenmarkt, sondern auch eine starke Stimme Europas auf der internationalen Bühne", sagte der Verbandschef. Ein sehr großer Teil der Bevölkerung habe radikalen Parteien seine Stimme gegeben und sich gegen das europäische Projekt in seiner jetzigen Form ausgesprochen. Das sei eine große Herausforderung für den französischen Präsidenten.

"Europa war immer dann stark, wenn Frankreich und Deutschland gemeinsam vorangegangen sind", sagte Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) - und formulierte große Erwartungen an den wiedergewählten Präsidenten. "Es ist Zeit, den deutsch-französischen Motor wieder hochzufahren, damit Europa in Handelsfragen nicht von den USA und China abgehängt wird."

Friedrich Heinemann vom Mannheimer Forschungsinstitut ZEW bezeichnete den Wahlsieg Macrons als "Segen" für die ökonomische Perspektive des Landes. "Mit einer deutschland- und europafeindlichen Präsidentin Le Pen wäre die EU in die Handlungsblockade gerutscht", sagt er. Viele Herausforderungen wären dann zu bewältigen gewesen - vom Umbau des Energiesystems über eine Diversifikation der Handelsbeziehungen bis hin zum Green Deal.

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