ROUNDUP: Deutsche Industrie profitiert von Großaufträgen

dpa-AFX

WIESBADEN (dpa-AFX) - Die deutsche Industrie hat zum Jahresende 2017 von zahlreichen Großaufträgen profitiert. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom Dienstag lag der Auftragseingang im Dezember 3,8 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Analysten hatten einen deutlich schwächeren Anstieg um 0,7 Prozent erwartet. Der Rückgang im November wurde von 0,4 auf 0,1 Prozent revidiert.

Im Jahresvergleich legte der Auftragseingang um bereinigt 7,2 Prozent zu. Auch dieser Zuwachs lag deutlich über dem von Analysten erwarteten Anstieg von 3,1 Prozent. "Insgesamt haben sich die Auftragseingänge in der zweiten Jahreshälfte 2017 überaus dynamisch entwickelt", kommentierte das Bundeswirtschaftsministerium. "Vor allem die rege Nachfrage aus dem Ausland sorgte für volle Auftragsbücher und gute Stimmung in den Unternehmen."

Besonders viele Bestellungen kamen im Dezember aus dem Ausland, insbesondere aus der Eurozone (plus 11,2 Prozent). Im Inland erhöhten sich die Aufträge mit 0,7 Prozent deutlich schwächer. Bestellt wurden vor allem Investitionsgüter (plus 5,7 Prozent) und Vorleistungsgüter (plus 2,4 Prozent). Konsumgüter wurden dagegen deutlich weniger geordert als im Vormonat.

Die gesamte Bestellmenge profitierte deutlich von Großaufträgen. Ohne diese schwankungsanfällige Komponente wären die Aufträge nicht um 3,8 Prozent, sondern nur um 0,8 Prozent gestiegen. Analysten der BayernLB sprachen von einer "Stimmungsbremse", weil der starke Auftragszuwachs zu erheblichen Teilen auf Großaufträge zurückgeht.

Insgesamt bewerteten Analysten die Daten jedoch positiv. Die hohe Nachfrage auch außerhalb der Eurozone zeige, dass sich die deutsche Wirtschaft nicht von einem stärkeren Euro ausbremsen lasse, urteilte Christiane von Berg von der BayernLB. ING-Diba-Chefökonom Carsten Brzeski erwartet, dass die deutsche Industrie das neue Jahr genau so gut beginne, wie sie das alte beendet habe.