ROUNDUP: Deutsche Agrartechnikbranche erwartet bessere Geschäfte

dpa-AFX

HANNOVER (dpa-AFX) - Nach Jahren mit sinkenden Erlösen gehen die deutschen Hersteller von Agrartechnik für 2017 von einem deutlichen Umsatzplus aus. "Wir erleben seit einigen Monaten auf zahlreichen Märkten ein konjunkturelles Comeback", sagte Bernd Scherer, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), am Mittwoch in Hannover. Das Umsatzvolumen aus deutscher Produktion werde um 4 Prozent auf rund 7,5 Milliarden Euro zulegen, sagte er im Vorfeld der weltgrößten Landtechnik-Messe Agritechnica vom 12. bis 18. November in Hannover.

Es sei nicht unwahrscheinlich, dass sich die positive Entwicklung auch 2018 fortsetze, betonte Scherer. Im ersten Halbjahr hätten die deutschen Landmaschinen- und Traktorenhersteller ihre Erlöse sogar um 7 Prozent auf gut 4,5 Milliarden Euro steigern können. Im ersten Quartal habe sich das Wachstum noch vorwiegend auf den deutschen Markt beschränkt, im zweiten Vierteljahr allerdings hätten die Auslandsumsätze mit einem Plus von 14 Prozent deutlich nachgezogen. Die Branche habe eine Exportquote von 75 Prozent.

Konjunkturimpulse kämen vom deutschen Markt, aber vor allem aus Osteuropa. Auch die EU insgesamt steht den Angaben zufolge gut da - zwei Drittel der Geschäfte würden auf europäischen Märkten abgewickelt. Frankreich, mit einem jährlichen Importvolumen von mehr als einer Milliarde Euro das größte Abnehmerland deutscher Landmaschinen und Traktoren, sei dagegen noch "in den Startlöchern". Schwach liefen die Geschäfte in den USA, wo die Investitionsbereitschaft der Landwirte gering sei. Russland und die Ukraine dagegen profitierten von Rekordernten

Den in den vergangenen Jahren stotternden Konjunkturmotor wieder in Gang zu bringen, sei erst mit dem steigenden Preisniveau für Agrarrohstoffe gelungen - der Milchpreis sei binnen eines Jahres um "satte 70 Prozent" nach oben geschnellt, sagte Scherer. Die weltweite Produktion werde voraussichtlich um 3 Prozent wachsen - 2016 wurde ein Wert von knapp 100 Milliarden Euro erreicht.

Nach dem Preistief vor allem für Milch und Schweinefleisch im vergangenen Jahr sehen Europas Landwirte denn auch deutlich optimistischer in die Zukunft. Die Bauern beurteilten die Geschäftsentwicklung der kommenden zwölf Monate zuversichtlicher, sagte Reinhard Grandke, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG). Auch ihre aktuelle Lage schätzten sie weit besser ein als im Herbst 2016. Die Investitionsbereitschaft lege zu.

Die Agritechnica gilt als weltweit führende Fachausstellung für Landtechnik. Bisher haben sich den Angaben zufolge mehr als 2800 Aussteller aus 53 Ländern angemeldet - vor zwei Jahren waren es knapp 2900 Aussteller. Die DLG geht von mehr als 400 000 Besuchern aus. 2015 waren es gut 450 000 Besucher.