ROUNDUP: Dürr rechnet mit mehr Aufträgen - Aktie verliert trotzdem

dpa-AFX

BIETIGHEIM-BISSINGEN (dpa-AFX) - Der Anlagen- und Maschinenbauer Dürr wird beim Auftragseingang immer zuversichtlicher. Nach dem Optimismus zu den Halbjahreszahlen Anfang August hob der Vorstand um Ralf Dieter die Jahresprognose für die Bestellungen an. Sie sollen nun zwischen 3,6 und 3,8 Milliarden Euro liegen, wie das MDax -Unternehmen am Mittwoch anlässlich seines Investorentages mitteilte. Zuvor standen 3,3 bis 3,7 Milliarden Euro an neuen Orders im Plan.

Die gute Lage soll sich nicht nur im Auftragsbuch, sondern auch im Umsatz niederschlagen. Hier peilt Dürr nun 3,5 bis 3,6 Milliarden Euro an - zuvor lag das untere Ende der Spanne bei 3,4 Milliarden. Dürr zeigte sich zuversichtlich, sowohl beim Auftragseingang als auch beim Umsatz den oberen Bereich des neuen Zielkorridors zu erreichen.

"Die Umsatzrealisierung hat sich seit der Jahresmitte beschleunigt, sodass wir im Gesamtjahr nun ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr erwarten", sagte Dürr-Chef Dieter. Bereinigt um den Verkauf von Geschäftsteilen werde das Umsatzplus voraussichtlich 3 bis 5 Prozent betragen.

Die Zielspanne bei der operativen Marge (Ebit-Marge) liegt weiter bei 7,5 bis 8,25 Prozent. Weil Kunden aus der Automobilindustrie ihr Zahlungsverhalten geändert hätten, rechnet Dürr nicht mehr damit, beim Bargeldzufluss den Vorjahreswert von 227 Millionen Euro zu erreichen. Dürr hat rund 14 500 Mitarbeiter und verdient sein Geld unter anderem mit Lackieranlagen für die Autoindustrie.

Die Aktie verliert am Vormittag dennoch. Das Papier gibt um fast 3 Prozent nach und ist damit Schlusslicht im MDax, der nahezu unverändert tendiert. Marktbeobachter begründen dies mit den ohnehin hohen Erwartungen. Diese seien für Umsatz und Auftrag zuletzt stark gestiegen, sagte ein Händler. Das zeige auch der Börsenkurs, der seit Jahresbeginn um mehr als 50 Prozent zugelegt und damit den Automobilsektor weit hinter sich gelassen habe. "Auf diesem hohen Niveau konnte der Investorentag offensichtlich keinen positiven Kick mehr geben", so der Börsianer.