ROUNDUP: Castor-Transportschiff legt in Nordenham an

·Lesedauer: 2 Min.

NORDENHAM/BIBLIS (dpa-AFX) - Das erwartete Transportschiff mit sechs Atommüll-Behältern an Bord hat am Montagmorgen im Hafen von Nordenham an der Weser festgemacht. Die Castor-Container sollen anschließend auf einen Zug verladen werden, sagte ein Sprecher der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS). Danach soll der Zug die Behälter in ein Zwischenlager in Biblis in Hessen fahren. Bis jetzt laufe alles nach Zeitplan.

Atomkraftgegner haben sich seit Tagen auf die Ankunft des Schiffes vorbereitet. Auch am Montagmorgen hielten sie in Nordenham eine Mahnwache. Der Transport wird von massiven Polizeikräften gesichert.

Das Schiff habe gegen 6.40 Uhr festgemacht, bestätigte die Polizeidirektion Oldenburg, die den Einsatz leitet. Der deutsche Atommüll kommt aus der britischen Wiederaufbereitungsanlage Sellafield. Das Transportschiff war am Dienstag von einem Hafen in der Nähe ausgelaufen. Auf der Nordsee wurde die "Pacific Grebe" in deutschen Gewässern von der Bundespolizei eskortiert. In der Zwölfmeilenzone vor der Küste übernahm die Polizei Niedersachsen.

Die Corona-Pandemie trifft sowohl die Sicherung des Transports wie auch die Demonstrationen dagegen. Die Polizeidirektion Oldenburg habe auf Basis der Empfehlungen des Robert Koch-Instituts ein umfassendes Hygienekonzept für den Einsatz erstellt, sagte Polizeivizepräsident Andres Sagehorn. "Die Gesundheit aller Beteiligten genießt höchste Priorität", sagte der Gesamteinsatzleiter. Dies gelte sowohl für die Bürgerinnen und Bürger, die ihr Grundrecht auf Versammlungsfreiheit ausübten, wie für die Polizeikräfte im Einsatz.

Beim Umladen der Castor-Behälter auf die Waggons wird nach GNS-Angaben noch einmal kontrolliert, dass die Strahlung in den zulässigen Grenzwerten liegt. Angaben dazu, wann der Zug Nordenham verlässt, wurden nicht gemacht. Die Atomkraftgegner in dem Protestbündnis Castor-stoppen haben Kundgebungen und Mahnwachen entlang aller möglichen Fahrtrouten des Zuges angekündigt.

Aufgrund internationaler Verpflichtungen muss Deutschland seinen im Ausland aufbereiteten Atommüll zurücknehmen - aus Sellafield wie aus der französischen Anlage La Hague. An dem Transport des gefährlichen Materials gibt es viel Kritik. Umweltschützer sehen beispielsweise Mängel an dem Zwischenlager Biblis und Sicherheitsdefizite bei den Atommüllbehältern. Die für die Lagerung des hoch radioaktiven Atommülls zuständige Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) wies Bedenken zurück.