ROUNDUP: Busch Gruppe strebt Beherrschungsvertrag bei Pfeiffer Vacuum an

ASSLAR (dpa-AFX) -Die Großaktionärin des Vakuumpumpen-Herstellers Pfeiffer Vacuum DE0006916604 will in Verhandlungen über einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag treten. Ein entsprechendes Schreiben der Busch-Tochter Pangea GmbH sei eingegangen, teilte Pfeiffer am Sonntagabend in Asslar mit. So sollen die Koordination und Entscheidungsabläufe zwischen den Unternehmensgruppen vereinfacht werden. Nach eigenen Angaben hält Pangea rund 63,66 Prozent der Anteile an Pfeiffer. Bei den Anlegern schürte das am Montag Übernahmefantasien.

Die Pfeiffer-Aktie sprang zeitweise bis auf 175,40 Euro hoch und damit auf den höchsten Stand seit April. Zuletzt stand sie noch gut ein Fünftel im Plus bei 167,80 Euro und damit auf dem Niveau von Anfang Mai. Laut einem Händler hoffen Anleger nun wohl auf eine mögliche Offerte an die verbleibenden Aktionäre.

Eine Pfeiffer-Sprecherin wollte das auf Nachfrage der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX nicht kommentieren: "Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen", sagte sie am Montag. Ihrer Meinung nach dürfte sich zunächst nichts Wesentliches an der Zusammenarbeit der Busch Gruppe und Pfeiffer Vacuum ändern. Die beiden Unternehmen hatten Mitte 2019 eine Kooperationsvereinbarung geschlossen.

Diese sah vor, dass in den Bereichen Einkauf, Vertrieb und Service, Forschung und Entwicklung sowie IT zusammengearbeitet wurde. "Die Kooperationsvereinbarung war in den vergangenen zwei Jahren vor allem im Hinblick auf die angespannten Lieferketten sehr hilfreich", sagte die Sprecherin. So sei unter anderem der Zugang zu einem größeren Kreis von Zulieferern möglich gewesen.

Die Busch Gruppe ist ein weltweit operierender Hersteller von Vakuumpumpen, Gebläsen und Verdichtern. Das in Maulburg in Baden-Württemberg ansässige Unternehmen wurde 1963 gegründet. Das Familienunternehmen Busch beschäftigt weltweit mehr als 3800 Mitarbeiter.

Endlich, so schrieb Analyst Adrian Pehl von der Investmentbank Stifel Europe, habe Busch nach der ersten größeren Investition vor rund sieben Jahren jetzt einen weiteren wichtigen Schritt für eine vollständige Übernahme gemacht. Auch wenn es jetzt noch keinen Termin für eine außerordentliche Hauptversammlung und auch keine finanziellen Details über eine Abfindung an die Aktionäre gebe, seien die Neuigkeiten für die Anteilseigner interessant. Nicht zuletzt hätten einige Investoren bereits vor geraumer Zeit solche Erwartungen gehegt und sich in der Aktie positioniert.