ROUNDUP: Brookfield will Büroimmobilienkonzern Alstria Office übernehmen

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HAMBURG (dpa-AFX) - Der kanadische Vermögensverwalter Brookfield will den Immobilienkonzern Alstria Office <DE000A0LD2U1> übernehmen. Brookfield wolle für die Aktien, die noch nicht im Besitz der Gesellschaft sind, einen Preis von 19,50 Euro pro Stück in bar zahlen, teilte Alstria am Donnerstag in Hamburg mit. Das Angebot unterliege einer Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent plus einer Aktie. Bei 178 Millionen ausstehenden Aktien wird das Unternehmen in dem Angebot mit rund 3,4 Milliarden Euro bewertet. Der Aktienkurs legte nach Handelsbeginn kräftig zu.

Brookfield hält bereits 8,4 Prozent der Anteile und ist damit der größte Einzelaktionär der Hamburger. Vorstand und Aufsichtsrat von Alstria begrüßten das Angebot und sind laut Mitteilung der Ansicht, dass ein Deal im Interesse des Unternehmens liegt. Voraussichtlich würden die Gremien das Angebot den Aktionären nach eingehender Prüfung auch formell empfehlen, hieß es.

Die im MDax <DE0008467416> notierte Aktie kletterte zuletzt um 17 Prozent auf den Angebotspreis von 19,50 Euro, hatte zuvor aber auch schon etwas höher gelegen. Oft spekulieren Anleger in solchen Fällen darauf, dass noch jemand anders seinen Hut in den Ring wirft und sich die Angebote noch hochschaukeln könnten - oder dass die Bieterin nachlegen muss, um die restlichen Aktionäre zu überzeugen.

Brookfield hat nach eigenen Angaben im Mai damit begonnen, eine strategische Beteiligung an Alstria aufzubauen. Im Vergleich zum letzten Xetra-Kurs davor biete das Angebot eine Prämie von gut einem Drittel, hieß es von den Kanadiern. Das Angebot ziele darauf ab, Brookfield als Ankeraktionäre und starken strategischen wie finanziellen Partner bei Alstria zu etablieren. Für mindestens drei Jahre nach Vollzug hat sich Brookfield in einer Investitionsvereinbarung verpflichtet, keinen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag abzuschließen.

Bereits im Juli hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg über ein Interesse Brookfields an Alstria berichtet. Alstria ist auf deutsche Büroimmobilien spezialisiert und hatte Ende September nach eigenen Angaben 111 Gebäude mit einem Gesamtwert von 4,7 Milliarden Euro im Portfolio.

Am Vorabend hatte Alstria zudem Zahlen vorgelegt und mit ihnen auch die Jahresprognose erhöht. Der Umsatz soll im laufenden Jahr nun 181 Millionen Euro betragen und das operative Ergebnis (FFO) bei 115 Millionen Euro liegen. Bisher sollten bei erwarteten Umsätzen von 177 Millionen Euro 108 Millionen als operatives Ergebnis hängen bleiben.

In den ersten neun Monaten profitierte Alstria von höheren Mieteinnahmen und niedrigeren Kosten. Das operative Ergebnis (FFO nach Minderheiten) kletterte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,8 Prozent auf 87,5 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um 3,4 Prozent auf 135,9 Millionen Euro. Das Konzernergebnis lag bei 82,0 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor stand an dieser Stelle noch ein Verlust von drei Millionen.

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