ROUNDUP/Braun: Integrationspolitikerin Güler soll Generalsekretärin werden

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BERLIN (dpa-AFX) - CDU-Vorsitzkandidat Helge Braun hat die Bundestagsabgeordnete Serap Güler (41) für das Amt der Generalsekretärin vorgeschlagen. Falls er gewählt werde, solle die frühere NRW-Integrations-Staatssekretärin das Amt übernehmen, weil sie diskutieren, manchmal polarisieren und integrieren könne, sagte der geschäftsführende Kanzleramtschef am Montag bei der Präsentation seines Teams in Berlin. Die Digitalpolitikerin und bisherige stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Nadine Schön (38), soll sich um eine Reform der Parteiarbeit kümmern - in welcher Position genau, soll später geklärt werden.

Neben Braun bewerben sich Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz und der Außenpolitiker Norbert Röttgen um die Nachfolge von Parteichef Armin Laschet, der bei der Bundestagswahl als Kanzlerkandidat gescheitert war. Erstmals sollen die rund 400 000 Mitglieder in einer Anfang Dezember startenden Befragung eine Vorentscheidung über den künftigen Vorsitzenden treffen. Gewählt werden soll der neue Vorsitzende am 21. Januar von den 1001 Delegierten bei einem Parteitag in Hannover.

Die 41-jährige Güler war von 2017 bis zu ihrem Wechsel in den Bundestag Staatssekretärin für Integration im NRW-Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration. Sie gilt als Vertraute des scheidenden CDU-Vorsitzenden und früheren nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Laschet und sitzt seit 2012 im CDU-Bundesvorstand. Geboren wurde Güler nach eigenen Angaben in Marl als Kind einer türkischen Gastarbeiterfamilie. Ihren Kölner Wahlkreis hatte sie gegen den SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach verloren, sie zog über die Landesliste in den Bundestag ein.

Braun sagte, die CDU brauche eine grundlegende Erneuerung - "grundlegende Erneuerung in den Köpfen, grundlegende Erneuerung in den Inhalten und auch eine grundlegende Erneuerung in der Organisation". Es müsse wieder interessant sein, zur CDU zu kommen und in ihr mitzuarbeiten. Braun betonte, wenn die CDU Wahlen wieder mit breiter Zustimmung gewinnen wolle, müsse sie attraktiv für breite Schichten der Gesellschaft sein. "Aus meiner Sicht heißt das: Wir müssen bodenständig und wir müssen bürgernah sein."

Die CDU müsse zudem dafür sorgen, dass alle ihre Wurzeln als gleichgewichtig wahrgenommen werden. Hier hätten sich im Wahlkampf und in den vergangenen Jahren erhebliche Probleme gezeigt. "Gerade unseren sozialen Wurzeln sind im Wahlkampf nicht genügend deutlich geworden. Aus meiner Sicht muss die CDU immer für die hart arbeitende Bevölkerung mit ihren Alltagssorgen da sein, und ihre Anliegen müssen für uns im Mittelpunkt stehen."

Es gehe um Fragen wie die Sicherheit des Arbeitsplatzes, der Altersversorgung und des Wohnumfeldes wie Mieten. "Das sind alles Themen, die müssen für die CDU ein Herzensanliegen sein. Und da müssen wir klare und einfache Antworten darauf haben."

Auch die konservativen Wurzeln der CDU müssten hinreichend deutlich werden, sagte Braun. Das betreffe zum Beispiel die innere Sicherheit und den Kampf gegen organisierte Kriminalität, Terrorismus und Extremismus.

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