ROUNDUP: Beteiligungsgesellschaft Indus Holding kehrt zu altem Gewinnziel zurück

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BERGISCH GLADBACH (dpa-AFX) - Die Beteiligungsgesellschaft Indus Holding <DE0006200108> hat sich auch im dritten Quartal weiter von der Corona-Pandemie erholt. Das Management kehrt jedoch wegen der aktuellen weltweiten Lieferengpässe und steigenden Materialpreise zu seinen alten Gewinnzielen für das Jahr zurück. Das Unternehmen hatte nach guten Geschäften im ersten Halbjahr erst im Sommer die Messlatte höher gesetzt. Die Anleger am Markt zeigten sich von den gekappten Zielen enttäuscht, die im SDax <DE0009653386> notierte Aktie verlor zuletzt rund eineinhalb Prozent.

Indus Holding erwartet nunmehr für das Jahr ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) zwischen 95 und 110 Millionen Euro, jeweils fünf Millionen Euro weniger als zuvor im Plan standen. Beim Umsatz sind unverändert 1,6 bis 1,75 Milliarden Euro angepeilt, wie Indus am Donnerstag mitteilte.

In den ersten neun Monaten war der Erlös um elf Prozent auf 1,3 Milliarden Euro gestiegen. Treiber mit einem Zuwachs von fast einem Fünftel war der Maschinen- und Anlagenbau. Das operative Ergebnis hatte sich konzernweit auf 78,6 (Vj: 4,3) Millionen Euro vervielfacht. Unter dem Strich kehrte Indus Holding mit 39,4 Millionen Euro in die schwarzen Zahlen zurück. Hier hatte vor einem Jahr noch pandemiebedingt ein Fehlbetrag von 33,5 Millionen Euro gestanden.

Wegen der Lieferengpässe stellt der Indus-Vorstand die Anleger jedoch auf erhebliche Unsicherheiten auch zum Jahresende und zum Jahresbeginn 2022 ein. Insbesondere die Fahrzeugtechnik, die schon vor der Pandemie litt, hat es schwer. Auch im Schlussquartal dürfte diese durch "ausbleibende Abrufe aus der Automobilindustrie" belastet werden, teilte Indus Holding mit. Die weltweite Chipknappheit hat in der Autoindustrie zu Produktionsstopps geführt, der Pkw-Absatz brach ein. Das erschwert auch die Lage bei Zulieferern und anderen mit der Branche verbundenen Unternehmen. Durch den Chipmangel sei auch die Auslieferung von Messtechnik-Produkten bei einer der Indus-Beteiligungen gestört, hieß es weiter.

Im dritten Quartal schrieb Indus knapp sieben Millionen Euro auf die Fahrzeugtechnik ab und nahm rund acht Millionen Euro an Wertminderungen vor. Dabei steht die Trennung vom Serienzulieferer Wiesauplast womöglich bald bevor: Die Verkaufsgespräche mit einem strategischen Investor befänden sich in weit fortgeschrittenen Stadium. Ein Abschluss innerhalb der nächsten Zeit sei wahrscheinlich, kündigte das Unternehmen an. Mit dem Verkauf will Indus seine Abhängigkeit von der Serienzulieferung für die Automobilindustrie weiter reduzieren. Stattdessen werden von der Holding definierte Zukunftsbranchen stärker ins Visier genommen. Hierzu befindet sich die Gesellschaft nach eigenen Angaben bereits in einigen aussichtsreichen Übernahmegesprächen.

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