ROUNDUP: BER beschäftigt Politik weiter - 'kein Plan B für Eröffnung'

dpa-AFX

BERLIN/POTSDAM (dpa-AFX) - Der neue Eröffnungstermin für den Hauptstadtflughafen BER ist auf den Herbst 2020 verschoben - nun muss sich der brandenburgische Landtag wieder mit dem Milliardenprojekt beschäftigen. Am Montag kommt der Sonderausschuss des Parlaments zusammen, um sich aus erster Hand über die jüngste Sitzung des Aufsichtsrats der Berliner Flughafengesellschaft informieren zu lassen.

Am Freitag hatte das Gremium mitgeteilt, dass der drittgrößte deutsche Airport nach einer Serie bereits geplatzter Eröffnungstermine nunmehr im Oktober 2020 in Betrieb gehen soll. Die Bauarbeiten im Hauptterminal sollen Ende 2018 abgeschlossen sein.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Bretschneider lehnte in einem Interview am Wochenende alternative Planungen für den Fall neuer Verzögerungen ab. "Wir wären ja nicht ganz klar im Kopf, wenn wir bei Entscheidungen über den Termin gleichzeitig einen Plan B beschließen würden", sagte er dem RBB. "Welche Baufirma würde noch irgendeinen Termin einhalten, wenn die Auftraggeber jetzt schon von ihren eigenen Terminen abrücken würden?"

Man wolle "mit Hochdruck eröffnen" sowie "mit Hochdruck fertig werden und nicht über Auswegmöglichkeiten sinnieren", betonte Bretschneider. Zuvor hatte der Chef der Grünen-Bundestagsfraktionschef, Anton Hofreiter, einen Plan B gefordert, falls das Hauptterminal nicht rechtzeitig fertig wird.

Zur Sitzung des Sonderausschusses in Potsdam wird auch Flughafen-Chef Engelbert Lütke Daldrup erwartet, der dem Aufsichtsrat den Terminvorschlag gemacht hatte. Er hatte noch Anfang dieses Jahres das Ziel, den Flughafen 2018 in Betrieb zu nehmen. Ursprünglich sollte dies schon 2011 - nach fünf Jahren Bauzeit - geschehen. Sämtliche Eröffnungstermine kippten seitdem jedoch, weil Planungsfehler, Baumängel und Technikprobleme abzuarbeiten waren und sind. Besonders der Brandschutz im Hauptterminal bereitet Schwierigkeiten.

Ein Thema im Landtagsausschuss wird auch die aktuelle Finanzlage der Flughafengesellschaft sein. Durch die abermals verzögerte Eröffnung braucht sie laut Lütke Daldrup zusätzliches Geld für das Projekt.

Der Aufsichtsrat werde im März darüber beraten, wie die Fertigstellung finanziert werden kann. Man wolle "alle Möglichkeiten zur Eigen- und Fremdfinanzierung nutzen". Die Kosten haben sich seit dem Baubeginn 2006 von 2 auf 6,5 Milliarden Euro erhöht. Nach früheren Angaben war der BER bis 2018 durchfinanziert.