ROUNDUP: Bayer stärkt mit Kooperation in USA sein Geschäft mit Krebsmitteln

dpa-AFX

LEVERKUSEN (dpa-AFX) - Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer stärkt mit einer Kooperation sein Geschäft mit Krebsmitteln. Mit dem biopharmazeutischen Unternehmen Loxo Oncology aus Stamford im US-Bundesstaat Connecticut sei die Entwicklung und Vermarktung neuartiger Krebstherapien mit gezielter Wirkung gegen onkogene Treiber vereinbart worden, teilte der Dax-Konzern am Dienstag mit. Bayer-Aktien reagierten nicht nachhaltig auf die Nachricht. Aktien von Loxo Oncology legten hingegen vorbörslich deutlich um acht Prozent zu.

Bei der Kooperation gehe es um die Entwicklung und Vermarktung von Larotrectinib (LOXO-101) und LOXO-195. Ein Zulassungsantrag für Larotrectinib sei in den USA für Ende 2017 beziehungsweise Anfang 2018 vorgesehen sowie in Europa für 2018.

Bayer und Loxo Oncology werden den Angaben zufolge die beiden Produkte gemeinsam entwickeln und jeweils zur Hälfte die Kosten dafür tragen. Bayer übernehme bei allen regulatorischen Aktivitäten außerhalb der USA und beim weltweiten Vertrieb die Führung. In den USA sollen die Mittel gemeinsam vertrieben werden. Loxo Oncology sei für den Zulassungsantrag in den USA verantwortlich.

Die Vereinbarung sehe vor, dass Loxo Oncology eine Vorabzahlung in Höhe von 400 Millionen US-Dollar und bei Erreichen bestimmter Zulassungs- und Verkaufsziele für Larotrectinib in den wichtigsten Märkten weitere Zahlungen von bis zu 450 Millionen Dollar von Bayer erhalte, hieß es weiter. Darüber hinaus erhalte Loxo Oncology weitere 200 Millionen Dollar bei Erreichen bestimmter Zulassungs- und Verkaufsziele in den wichtigsten Märkten für LOXO-195.

Bayer werde Loxo Oncology mit gestaffelten Zahlungen im zweistelligen Prozentbereich an künftigen Umsätzen außerhalb der USA beteiligen, sowie bis zu einer Höhe von insgesamt 500 Millionen Dollar Zahlungen bei Erreichen von bestimmten weltweiten Umsatzzielen erbringen.

Beide Wirkstoffe werden laut Bayer derzeit in weltweiten Studien für die Behandlung von Krebspatienten untersucht, bei denen sich das sogenannte Tropomyosin-Rezeptor-Kinase (TRK)-Gen genetisch verändert hat. Diese Veränderung, die ein Merkmal vieler Krebserkrankungen sei, bewirke eine unkontrollierte Zellkommunikation und Tumorwachstum.