ROUNDUP/Baltenstaaten zu Lawrows Kriegsaussagen: Erpressung nicht nachgeben

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RIGA/VILNIUS (dpa-AFX) - Lettland und Litauen haben die von Russlands Außenminister Sergej Lawrow heraufbeschworene Gefahr einer Eskalation des Ukraine-Krieges zurückgewiesen. "Wenn Russland den Dritten Weltkrieg androht, dann ist das ein klares Zeichen dafür, dass die Ukraine Erfolg hat", schrieb Außenminister Edgars Rinkevics am Dienstag auf Twitter. "Wir sollten der russischen Erpressung nicht nachgeben, sondern unsere Unterstützung für die Ukraine und die Sanktionen gegen Russland verdoppeln." Nur ein entschlossenes und konsequentes Vorgehen könne internationales Recht und internationale Ordnung wiederherstellen, so der Chefdiplomat des baltischen EU-und Nato-Staates.

Im benachbarten Litauen betonte Staatspräsident Gitanas Nauseda: "Wir dürfen uns von dieser bereits alltäglich gewordenen Rhetorik nicht einschüchtern lassen", sagte er bei einem Besuch in Klaipeda. "Sie nutzen einfach jede angemessene und unangemessene Gelegenheit, um zu versuchen, westliche Länder daran zu hindern, der Ukraine zu helfen." Der Westen solle sich "nicht auf das Spiel einlassen, das Russland uns aufzwingen will", sagte Nauseda der Agentur BNS zufolge. Litauens Staatsoberhaupt forderte mehr Unterstützung für die Ukraine und weiteren Druck auf den Kreml.

Russlands Außenminister Lawrow hatte zuvor von einer realen Gefahr eines Dritten Weltkrieges gesprochen. "Die Gefahr ist ernst, sie ist real, sie darf nicht unterschätzt werden", sagte Lawrow in einem Interview im russischen Fernsehen, das das Außenministerium am Montagabend in seinem Telegram-Kanal teilte.

Lawrow hatte außerdem gesagt, dass Russland die Waffenlieferungen der Nato an die Ukraine als berechtigte Angriffsziele betrachte. "Natürlich werden diese Waffen ein legitimes Ziel für die russischen Streitkräfte sein", sagte er. "Wenn die Nato über einen Stellvertreter de facto in einen Krieg mit Russland tritt und diesen Stellvertreter bewaffnet, dann tut man im Krieg, was man im Krieg tun muss."

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