ROUNDUP: Aroundtown verdient dank Wohnimmobilien-Tochter mehr

LUXEMBURG (dpa-AFX) - Der Gewerbeimmobilien-Spezialist Aroundtown <LU1673108939> hat im ersten Halbjahr vor allem von seiner Wohnimmobilien-Tochter Grand City Properties <LU0775917882> Auftrieb erhalten. Der operative Gewinn - gemessen an der in der Branche wichtigen Kenngröße Funds from Operations (FFO 1) - stieg in den ersten sechs Monaten im Jahresvergleich um acht Prozent auf 185,6 Millionen Euro, wie das im MDax <DE0008467416> notierte Unternehmen am Donnerstag in Luxemburg mitteilte. Dabei belasteten Stundungen etwa für Hotelmieten in Folge der Corona-Pandemie das Ergebnis mit rund 45 Millionen Euro. Hotels machen bei Aroundtown knapp ein Fünftel des Gesamtportfolios aus.

Im laufenden Jahr peilt das Unternehmen weiterhin einen operativen Gewinn von 350 bis 375 Millionen Euro an. 2021 war der FFO1 im Jahresvergleich um ein Prozent auf gut 353 Millionen Euro gesunken.

Die Nettomieteinnahmen kletterten im ersten Halbjahr um gut ein Drittel auf 612,5 Millionen Euro, was vor allem an der Übernahme von Grand City Properties lag. Dessen Beitrag wird erst sei Juli 2021 voll in der Konzernbilanz berücksichtigt. Die Mieten legten im sechsmonatigen Berichtszeitraum im Schnitt auf gleicher Fläche um 2,3 Prozent zu, ohne die Hotels stiegen sie um 2,9 Prozent.

Aroundtown habe dank der Aufhebung der Corona-Beschränkungen im Gastgewerbe im zweiten Quartal von den gesamten Mieten 70 Prozent erhalten, im Juli sei die Quote auf 80 Prozent gestiegen, hieß es weiter. Allerdings leide die Rentabilität in der Hotelbranche unter den stark steigenden Kosten, etwa für das Personal. Dies wirke sich auch auf die Mieten aus, warnte Aroundtown. Für die zweite Jahreshälfte rechnet das Unternehmen deshalb mit einer Einzugsquote bei den Mieten von 70 bis 80 Prozent in seinem Hotelportfolio.

Derweil trennt sich das Unternehmen von weiteren Immobilien. Aroundtown habe im bisherigen Jahresverlauf den Verkauf von weiteren Gebäuden im Wert von 785 Millionen Euro unterzeichnet, teilte der Konzern mit. Damit summierten sich die geplanten Verkäufe auf insgesamt knapp 1,3 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2022 seien davon bereits Immobilien im Wert von 625 Millionen Euro veräußert worden. 2021 hatte der Gewerbeimmobilien-Spezialist Gebäude im Wert von 2,3 Milliarden Euro verkauft.

Aroundtown will mit dem Erlös höher verzinsliche Bankfinanzierungen und Anleihen zurückzahlen sowie eigene Aktien zurückkaufen. Vor ein paar Monaten hatte das Unternehmen sein Aktienrückkaufprogramm aufgestockt, bis zum Jahresende will es weitere eigene Aktien in einem Volumen bis zu einer halben Milliarde zurückerwerben.

Unter dem Strich legte der Überschuss um 30 Prozent auf 471 Millionen Euro zu. Dazu trugen neben der Einbeziehung von Grand City Properties höhere Neubewertungen der Immobilien sowie niedrigere Kosten im Zusammenhang mit ausbleibenden Mieten bei.

Aroundtown wurde 2004 vom israelischen Geschäftsmann Yakir Gabay gegründet und 2015 von ihm an die Börse gebracht. Er hält über die Holding Avisco noch 15 Prozent der Anteile. Mit dem TLG-Kauf wurden die Luxemburger zum größten Anbieter von Büroimmobilien in Europa. Zudem ist das Unternehmen mit rund 58 Prozent am Wohnimmobilienkonzern Grand City Properties <LU0775917882> beteiligt.