ROUNDUP: Amazon Koblenz verdoppelt Personal - Standort Frankenthal öffnet 2018

dpa-AFX

KOBLENZ/FRANKENTHAL (dpa-AFX) - Der US-Onlinehändler Amazon verdoppelt für das Weihnachtsgeschäft die Belegschaft an seinem bisher einzigen rheinland-pfälzischen Logistikzentrum in Koblenz. 2018 soll der zweite Amazon-Logistikstandort im Bundesland im pfälzischen Frankenthal seine Tore öffnen. In Koblenz kommen zu den mehr als 1900 festangestellten Beschäftigten bis zu 2000 Weihnachtsaushilfen dazu, wie der Handelsriese am Dienstag mitteilte. In Frankenthal soll es anfangs 1000 und im Jahr 2020 um die 2000 feste Mitarbeiter geben.

Unterdessen dauert der viereinhalbjährige Tarifkonflikt mit Verdi an

- die Gewerkschaft bekräftigte am Dienstag, dass es im

Weihnachtsgeschäft weitere Streiks geben könne, auch in Koblenz. Dort wiederholte Amazon, das würde das operative Geschäft nicht stören. Das US-Unternehmen verweigert die Aufnahme von Tarifverhandlungen und verweist auf eine Bezahlung "im oberen Drittel der Logistikbranche".

Amazon-Sprecher Thorsten Schwindhammer sagte: "Wir haben in Koblenz fünf bis sechs Millionen Artikel eingelagert. Zu Weihnachten werden es bis zu zehn Millionen sein." Fast die Hälfte davon stamme von regionalen Händlern, die Amazon gegen eine Gebühr als Online-Marktplatz nutzten. Laut dem Standortleiter Nikolai Lisac verlassen jeden Tag 150 000 bis 200 000 Produkte das Koblenzer Logistikzentrum. Der Tagesrekord vor Weihnachten liege bei 500 000.

Der Standort am Autobahnkreuz Koblenz (A61/A48) hatte vor fünf Jahren seine Tore geöffnet - die erste Lieferung war am 19. September 2012 eine Packung Gummibärchen. Das riesige Logistikzentrum hat mit 110 000 Quadratmetern eine Fläche von 15 Fußballfeldern. Wie auch der künftige Standort Frankenthal verschickt es nur kleine und mittelgroße Artikel, aber keine sehr großen Produkte wie Möbel oder Küchengeräte. Laut dem Sprecher Schwindhammer hat Amazon derzeit elf Logistikzentren in Deutschland: "Frankenthal wird das zwölfte sein."

Thomas Voß von der Berliner Verdi-Zentrale sagte, bundesweit sei ein gutes Drittel der Amazon-Mitarbeiter bei seiner Gewerkschaft organisiert. Mit Blick auf Streiks ergänzte er: "Natürlich ist das Weihnachtsgeschäft wieder eine gute Gelegenheit, spektakuläre Zeichen zu setzen." Details würden noch nicht verraten.

Der Koblenzer Standortleiter Lisac hielt dagegen: Amazon sei auch ohne Tariflöhne ein guter Arbeitgeber. Anfänger verdienten 11,20 Euro brutto die Stunde, nach zwei Jahren 13,15 Euro - mehr als im Schnitt der Branche. Mit zusätzlichen Zahlungen komme ein festangestellter Mitarbeiter auf einen Monatslohn von rund 2700 Euro brutto.

Zum Aufstieg von Amazon-Gründer Jeff Bezos zum reichsten Menschen der Welt mit einem Vermögen von 100 Milliarden US-Dollar laut dem Finanzdienst Bloomberg sagte Lisac: "Das verfolgen wir. Wir freuen uns, dass unser Standort Koblenz sehr sicher ist und wir weiter wachsen."