ROUNDUP: Amazon-Angestellte legen erneut Arbeit nieder

dpa-AFX

LEIPZIG (dpa-AFX) - Beim Internet-Versandhändler Amazon ist das Ringen um einen Tarifvertrag mit einem weiteren Streik am Dienstag in eine neue Runde gegangen. Die Gewerkschaft Verdi rechnete in Früh-, Mittel- und Spätschicht mit 400 Teilnehmern, wie Streikleiter Thomas Schneider mitteilte. In der Frühschicht hätten rund 180 Angestellte die Arbeit niedergelegt. "Heute ist Prime Day bei Amazon, jede Stunde gibt es ein neues Sonderangebot, da haben Streiks eine besondere Wirkung", sagte Schneider.

Die Gewerkschaft fordert von Amazon, die Beschäftigten nach dem Tarifvertrag für den Versand- und Einzelhandel zu bezahlen. Das Unternehmen verweigert nach Angaben der Gewerkschaft die Aufnahme von Tarifverhandlungen. Amazon verweist darauf, dass sich die Bezahlung am Tarifvertrag der Logistikbranche orientiere. Es werde weitere Arbeitsniederlegungen geben, sagte Schneider. "Nach dem Streik ist vor dem Streik."

Streikteilnehmer hätten ihm berichtet, Amazon habe den Mitarbeitern für Mittwoch gar freiwillige Überstunden angeboten, sagte er. Damit solle wohl die durch die Streiks liegengebliebene Arbeit bewältigt werden. Bereits am Montagnachmittag hatten nach Verdi-Angaben mehr als 160 Amazon-Mitarbeiter gestreikt.

Amazon hingegen teilte mit, auch am "Prime Day" habe der Streik keine "Auswirkungen auf das Kundenversprechen". Es beteilige sich nur ein geringer Teil der Mitarbeiter daran. Die Logistikzentren in Deutschland und im Europäischen Netzwerk hätten sich auf den Tag vorbereitet. So sei zusätzliche Ware eingelagert worden.