ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Wenig verändert nach nervösem Auf und Ab

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NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen sind am Mittwoch nervös zwischen moderaten Gewinnen und Verlusten gependelt. Starke Zahlen der Tech-Schwergewichte Alphabet und Amazon sowie vom Arbeitsmarkt konnten nicht nachhaltig stützten. Der wichtigste Wall-Street-Index Dow Jones Industrial <US2605661048> ging letztlich mit einem minimalen Aufschlag von 0,12 Prozent auf 30 723,60 Punkte aus dem Tag.

Der marktbreite S&P 500 <US78378X1072> legte um 0,10 Prozent auf 3830,17 Punkte zu. Der Nasdaq 100 <US6311011026>, der zeitweise versucht hatte, sein jüngstes Rekordhoch zurückzuerobern, drehte letztlich in die Verlustzone. Mit minus 0,40 Prozent auf 13 402,37 Punkte beendete der technologielastige Nasdaq-Auswahlindex den Handel.

Wie der Arbeitsmarktdienstleister ADP berichtete, legte die Beschäftigung in der Privatwirtschaft der Vereinigten Staaten zu Beginn des Jahres wieder zu. Der Rückgang im Dezember war damit bisher ein einmaliger Dämpfer nach dem schweren Corona-Einbruch im vergangenen Frühjahr. Die ADP-Daten gelten als wichtiger Indikator für die offiziellen US-Arbeitsmarktdaten, die am Freitag anstehen.

Marktexperte Edward Moya vom Broker Oanda sprach insgesamt gesehen von einer spürbaren Nervosität der Märkte. Die Morgen-Rally sei rasch ins Stocken geraten, nachdem einige Investoren sich lieber an die Seitenlinie begeben hätten. Der ADP-Arbeitsmarktbericht habe zwar beeindruckt, doch nachdem die wichtigsten Geschäftszahlen der Berichtssaison nun draußen seien und der Techsektor damit quasi durch sei, hätten einige ihre gut gelaufenen FAANG-Aktien zu Geld gemacht, sagte Moya. Das Wort FAANG ist eine unter Börsianern gängige Abkürzung für die Tech- Schwergewichte Facebook, Apple, Amazon, Netflix und den Mutterkonzern von Google, Alphabet.

Die Anteile der Google-Mutter Alphabet setzten ungeachtet der Nervosität am Markt ihren Rekordlauf mit Schwung fort. Sowohl die A-Aktien <US02079K3059> als auch die stimmrechtslosen C-Aktien <US02079K1079> stiegen um jeweils etwas mehr als 7 Prozent. Sie überwanden damit zugleich auch erstmals die Schwelle von 2000 US-Dollar je Aktie und waren die Favoriten im Nasdaq-Auswahlindex.

Die Amazon-Papiere <US0231351067> indes gaben nach einem freundlichen Handelsstart ihre Gewinne rasch wieder ab und schlossen letztlich mit einem Abschlag von 2,0 Prozent. Die gemeldeten Geschäftsrekorde rückten in den Hintergrund. "Die Zahlen im vierten Quartal waren stark und haben auf allen Ebenen die Erwartungen übertroffen, schrieb etwa BofA-Analyst Justin Post. Doch die große Neuigkeit des Tages sei der Chefwechsel gewesen. Unternehmensgründer Jeff Bezos will nach 27 Jahren den Chefposten noch in diesem Jahr an den Leiter der boomenden Cloud-Sparte, Andy Jassy, übergeben. Als geschäftsführender Vorsitzender des Verwaltungsrats wird Bezos aber der starke Mann im Hintergrund bleiben.

Spotify <LU1778762911> und Electronic Arts <US2855121099> sackten nach der Vorlage ihrer Geschäftsberichte um 8,1 Prozent beziehungsweise 5,5 Prozent ab. Der Musikdienst verfehlte mit seiner Umsatzprognose für 2021 die Erwartungen der Analysten. Der Videospiele-Hersteller Electronic Arts enttäuschte mit seiner Gewinnprognose für das laufende vierte Geschäftsquartal, die mit 98 Cents unter der Durchschnittsschätzung der Analysten von einem Dollar lag.

Die Aktien von Biogen <US09062X1037> und Abbvie <US00287Y1091> entwickelten sich uneinheitlich. So büßten Biogen 5,2 Prozent ein und litten darunter, dass der Pharmakonzern für das laufende Jahr mit einem deutlich stärkeren Umsatz- und Gewinnrückgang rechnet, als Analysten prognostiziert hatten. Branchenkollege Abbvie indes stiegen um 3,4 Prozent, der Konzern konnte nicht nur mit seinen Quartalszahlen, sondern auch mit seinem Gewinnausblick bei den Anlegern punkten.

Der Euro <EU0009652759> wurde zum Börsenschluss an der Wall Street mit 1,2036 Dollar gehandelt und hält sich nach wie vor auf dem niedrigsten Niveau seit Anfang Dezember. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2017 (Dienstag: 1,2044) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8322 (0,8303) Euro. Am US-Rentenmarkt gab der Kurs zehnjähriger US-Staatsanleihen noch etwas weiter nach. Der Terminkontrakt dieser richtungweisenden Treasuries (T-Note-Future) sank zuletzt um 0,18 Prozent auf 136,74 Punkte. Die Rendite stieg auf 1,137 Prozent./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---