ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Erholung dank Renditerückgang am Anleihenmarkt

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Anleger am US-Aktienmarkt haben am Mittwoch wieder etwas Mut gefasst. Für Erleichterung sorgte, dass der jüngste Renditeanstieg am Anleihenmarkt eine Pause einlegte. Die wieder deutlich gesunkenen Ölpreise ließen die zuletzt dominanten Inflationssorgen in den Hintergrund rücken. Insofern schlossen die wichtigsten Indizes klar im Plus, wobei vor allem die Technologiewerte anzogen. Die stark wachstumsorientierten Tech-Unternehmen gelten als besonders zinssensibel, weil mit höheren Zinsen tendenziell die Finanzierungskosten steigen und die Bewertungen sinken.

Der Leitindex Dow Jones Industrial <US2605661048> kletterte um 1,40 Prozent auf 31 581,28 Punkte nach oben. Für den marktbreiten S&P 500 <US78378X1072> ging es um 1,83 Prozent auf 3979,87 Punkte aufwärts. Der technologielastige Nasdaq 100 <US6311011026> gewann 2,07 Prozent auf 12 259,39 Zähler. Die Renditen waren seit Anfang August in Erwartung kräftiger Leitzinserhöhungen zur Bekämpfung der Inflation deutlich gestiegen. Die Aktienmärkte waren im Gegenzug stark unter Druck geraten, denn der straffe Kurs der Notenbank Fed erhöht die Gefahr einer ausgeprägten Rezession in den USA.

Der im späten Handel veröffentlichte Konjunkturbericht der Notenbank lieferte indes wenig neue Erkenntnisse. Die US-Wirtschaft steuert nach Einschätzung der Fed auf schwere Zeiten zu. Die Aussichten für die Wirtschaft seien schwach und dürften sich im kommenden Jahr weiter eintrüben. Etwas Hoffnung gibt es aber zumindest beim Blick auf die weiter sehr hohen Inflationsrate. Hier gebe es Anzeichen, dass sich der Anstieg verlangsamt.

Zuvor hatten sich noch einige hochrangige Fed-Vertreter zur Geldpolitik geäußert. So sagte die Vizechefin Lael Brainard, die Notenbank müsse die Zinsen auf ein restriktives Niveau anheben und diese "für einige Zeit" dort belassen. Zudem sieht sie Spielraum für niedrigere Gewinnspannen im Einzelhandel, um den Preisdruck zu verringern.

Unternehmensseitig waren die Blicke vor allem auf Apple <US0378331005> gerichtet: Der Technologiekonzern hatte zu einer Neuheiten-Präsentation geladen. Apple verpasst seinen neuen iPhones vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft innovative Neuerungen. Dazu gehört die Möglichkeit, Notfall-Nachrichten per Satellit abzuschicken sowie ein ständig aktives Display bei der teureren Pro-Version des iPhone 14. Die Produktpalette seiner Computer-Uhren baut Apple mit einer größeren und robusteren Apple Watch Ultra aus, die vor allem für Extremsportler und Abenteurer gedacht ist. Allerdings hielt sich die Begeisterung der Anleger in Grenzen: Die Aktien legten nur um rund ein Prozent zu und hinkten damit dem Markt etwas hinterher.

Die Fluggesellschaft United Airlines <US9100471096> hatte die Prognose für das dritte Quartal wegen einer hohen Nachfrage erhöht. Der Grund für die etwas besseren Aussichten sei eine starke Nachfrage in der Urlaubszeit und auch im September laufe das Geschäft gut. Die Papiere zogen um fünfeinhalb Prozent an. Im Kielwasser dessen verzeichneten auch Aktien anderer Fluggesellschaften teils deutliche Gewinne.

Ansonsten fielen noch zwei Nebenwerte mit größeren Bewegungen auf: Infolge eines enttäuschenden Ausblicks auf das dritte Quartal brachen die Anteilsscheine des Robotik-Software-Spezialisten UiPath <US90364P1057> um mehr als elf Prozent ein. Dagegen ging es für Coupa Software <US22266L1061> um rund 18 Prozent hoch. Das Unternehmen hatte mit den Zahlen zum zweiten Quartal und den Zielen für 2023 positiv überrascht.

Der Euro <EU0009652759> stieg wieder über die Parität zum US-Dollar und notierte zuletzt bei 1,0010 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 0,9885 (Dienstag: 0,9928) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 1,0116 (1,0073) Euro. Gestützt wurde die Gemeinschaftswährung durch die merklich gesunkenen Erdgas- und Erdölpreise. Die als sicher geltenden US-Staatsanleihen erholten sich von ihren jüngsten Verlusten. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) stieg um 0,45 Prozent auf 116,11 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen fiel im Gegenzug auf 3,28 Prozent./la/zb

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---