ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Rekordserie geht weiter außer beim Dow

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NEW YORK (dpa-AFX) - Im Anschluss an die geldpolitischen Beschlüsse der US-Notenbank Fed haben die US-Börsen am Donnerstag teilweise erneute Rekorde aufgestellt. Nachdem die Währungshüter am Vorabend lediglich einen beginnenden Ausstieg aus den milliardenschweren Wertpapierkäufen verkündet hatten, gelangen zumindest dem S&P 500 und dem Nasdaq 100 wieder Bestmarken. Anleger begrüßten dabei die Erkenntnis, dass die Zinsen wohl noch einige Zeit niedrig bleiben werden.

Belastet unter anderem von abrutschenden Aktien aus dem Bankensektor war der Dow Jones Industrial <US2605661048> allerdings eine negative Ausnahme. Das weltweit wohl bekannteste Aktienbarometer blieb ohne erneuten Rekord. Zum Schluss gab der Leitindex aber nur knapp um 0,09 Prozent auf 36 124,23 Punkte nach.

Der S&P 500 <US78378X1072> stieg dagegen um 0,42 Prozent auf 4680,06 Punkte, während der technologielastige Nasdaq 100 <US6311011026> sogar 1,25 Prozent auf 16 346,24 Zähler gewann. Die Wachstumswerte aus der Tech-Branche werden von Anlegern generell als besonderer Profiteur niedriger Zinsen geschätzt.

Die Fed nehme wie erwartet den Fuß vom Gas, bemerkte der Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar von RoboMarkets. Der Leitzins bleibe unangetastet, hier dürfte frühestens Mitte 2022 etwas passieren. "Grünes Licht also von der Geldpolitik", erklärte der Experte. In Kombination mit einer überzeugenden Berichtssaison gebe es aktuell keine Bremsfaktoren.

Hinzu kam, dass am Donnerstag die Bank of England ihren Leitzins trotz anders lautender Spekulationen nicht angehoben hat. Gemeinsam mit dem Fed-Fazit belastete dies die Aktien aus dem Bankensektor, bei denen es generell heißt, dass höhere Zinsen förderlich für das Alltagsgeschäft etwa mit Krediten wären. Die Papiere von Goldman Sachs <US38141G1040> fielen im Dow um 2,4 Prozent und jene von JPMorgan <US46625H1005> um 1,3 Prozent.

Sonst standen vor allem die Moderna-Aktien <US60770K1079> im Rampenlicht, allerdings dieses Mal negativ mit einem Kurseinbruch um 18 Prozent. Der Impfstoffhersteller verschreckte seine Anleger mit einer reduzierten Absatzprognose für das Corona-Vakzin. Die Anteile des Konkurrenten Biontech <US09075V1026> wurden in Mitleidenschaft gezogen. Sie sackten nach zuletzt gutem Lauf im US-Handel um 7,3 Prozent ab.

Einen Gegenpol an der Nasdaq, wo Moderna notiert ist, bildeten die Aktien von Qualcomm <US7475251036> mit einem Kurssprung um 12,7 Prozent. Der Chipkonzern sorgte mit einem überraschend positiven Blick nach vorn für Begeisterung. In diesem Jahr rechnet das Unternehmen mit dem Verkauf von bis zu 550 Millionen 5G-tauglichen Telefonen. Für diese Technologie gilt Qualcomm als führender Modemlieferant.

Die Rally im Tech-Sektor erstreckte sich im Schlepptau des Fed-Entscheids und des Qualcomm-Ausblicks auf die gesamte Chipbranche. Dabei waren die Papiere von Nvidia <US67066G1040> auffällig mit ihrer andauernden Rekordjagd. Sie holten nochmals richtig Schwung mit einem Kurssprung um zwölf Prozent. Mit einer Marktbewertung von etwa 750 Milliarden US-Dollar steuert der Chipkonzern auf die Billionenschwelle zu.

Im Dow blieb die Aktie von Merck & Co <US58933Y1055> in der Erfolgsspur. Mit einem Plus von 2,1 Prozent stiegen sie erneut auf ein Rekordhoch. Mittlerweile wurde bekannt, dass ein Covid-19-Medikament, das vor gut einem Monat auch unter Börsianern für Aufsehen gesorgt hatte, die erste Zulassung in Großbritannien erhalten hat. Die Arznei soll das Risiko einer Einweisung in ein Krankenhaus oder eines Todes der Patienten um etwa die Hälfte senken.

Kräftige Kursgewinne gab es ansonsten im Nebenwertebereich bei dem Elektro-Lkw-Bauer Nikola <US6541101050> nach einem überraschend guten Quartalsbericht. Die üblicherweise schwankungsreichen Papiere bauten ihr Plus auf 21 Prozent aus. Das Unternehmen einigte sich außerdem auf eine 125 Millionen US-Dollar schwere Geldstrafe, um Ermittlungen der Börsenaufsicht SEC gegen den Firmengründer Trevor Milton beizulegen.

Der Euro <EU0009652759> rutschte wieder unter die Marke von 1,16 US-Dollar, zuletzt kostete er 1,1555 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zwischenzeitlich auf 1,1569 (Mittwoch: 1,1578) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8644 (0,8637) Euro.

US-Staatsanleihen haben Gewinne verbucht. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries stieg um 0,44 Prozent auf 131,34 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Staatspapiere fiel auf 1,52 Prozent./tih/zb

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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