ROUNDUP/Aktien New York: Iran-Sorgen überschatten kommenden Handelsdeal weiter

NEW YORK (dpa-AFX) - Angesichts zunehmender Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben sich die US-Börsen am Montag weiter von ihren jüngsten Rekordständen entfernt. Der Leitindex Dow Jones Industrial <US2605661048> sank in der ersten Handelsstunde um 0,47 Prozent auf 28 500,91 Punkte. Der marktbreite S&P 500 <US78378X1072> verlor 0,24 Prozent auf 3227,17 Zähler und der technologielastige Nasdaq 100 <US6311011026> 0,08 Prozent auf 8786,87 Punkte.

Investoren seien im Defensivmodus, sagte Analyst Craig Erlam vom Devisenhändler Oanda. Sie hofften auf das Beste, befürchteten aber das Schlechteste. "Safety first", laute das Motto.

Beobachter fürchten eine gefährliche Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran. Nach der Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani in Bagdad stimmte das Parlament im Irak überraschend für einen Abzug der rund 5000 im Land stationierten US-Soldaten. Wenige Stunden zuvor hatte US-Präsident Donald Trump seine Drohungen an die Führung im Iran nochmals massiv verschärft und vor Racheakten für die Tötung Soleimanis gewarnt. Die Regierung in Teheran sieht sich dem Wiener Atomabkommen von 2015 künftig nicht mehr verpflichtet, hieß es zudem am Sonntag.

Getrieben unter anderem von der Aussicht auf ein baldiges erstes Handelsabkommen zwischen den USA und China hatten die New Yorker Börsenindizes noch in der vergangenen Woche Rekordmarken erreicht. US-Präsident Donald Trump hatte an Silvester den 15. Januar als konkreten Termin für eine Unterzeichnung des Teilabkommens genannt.

Als Reaktion auf die sich verschärfende Lage im Nahen Osten legten die Preise für Öl und Gold weiter zu. Am Montag profitierten davon unter anderem die Goldproduzenten Barrick Gold <CA0679011084> und Newmont Goldcorp <US6516391066>, deren Aktien jeweils rund 1 Prozent gewannen. Die Titel der Ölkonzerne ExxonMobil <US30231G1022> und Chevron <US1667641005> rückten vorne im Dow um 0,9 beziehungsweise 0,5 Prozent vor.

Auch Werte aus dem Rüstungsgüterbereich waren wieder gefragt, mit einem Plus von 0,9 Prozent bei Northrop Grumman <US6668071029>. Lockheed Martin <US5398301094> gaben nach Erreichen eines Rekordhochs zuletzt leicht nach.

Dem Flugzeugbauer Boeing <US0970231058> machen dagegen weiter die Auswirkungen zweier Abstürze mit dem Modell 737 Max zu schaffen. Medienberichten zufolge erwägt der Konzern nun die Aufnahme neuer Schulden, etwa zur Begleichung anstehender Entschädigungskosten für die Hinterbliebenen. Bei den Unglücken starben im Oktober 2018 und im März 2019 insgesamt 346 Menschen. Das Modell ist seitdem mit Startverboten belegt. Angesichts der hohen Ungewissheit um eine Wiederzulassung hatte Boeing in der vergangenen Woche angekündigt, die Produktion der 737 Max ab Januar 2020 bis auf Weiteres auszusetzen. Die Aktien verloren am Dow-Ende bislang 1,3 Prozent.