ROUNDUP/Aktien New York: Wieder erholt - UnitedHealth profitieren von Biden-Sieg

NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen haben am Mittwoch mit einer kräftigen Gegenbewegung auf den Rücksetzer vom Vortag reagiert. Der Dow Jones Industrial <US2605661048> gewann im frühen Handel 2,18 Prozent auf 26 481,84 Punkte.

Damit wagt er einen neuen Versuch, sich vom Kursrutsch wegen des neuartigen Coronavirus zu erholen. Zum Rekordhoch von 29 568 Punkten, das nur drei Wochen zurück liegt, fehlen aber immer noch mehr als 3000 Zähler. Stimmungsdaten aus dem US-Dienstleistungssektor fielen besser als erwartet aus, brachten dem Aktienmarkt aber keine zusätzlichen positiven Impulse.

Schon zu Wochenbeginn war der Dow deutlich angesprungen, am Vortag dann aber doch wieder von einer überraschenden Zinssenkung durch die Notenbank Fed belastet worden.

Als Stütze für die Wall Street werden auch die in den USA laufenden Vorwahlen gesehen. Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten holte der frühere Vizepräsident Joe Biden am "Super Tuesday" in 9 der 14 Bundesstaaten den Sieg. Experten zufolge ist er bei Anlegern beliebter als der als politisch links geltende Senator Bernie Sanders. Der ehemalige New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg zog sich unterdessen aus dem Rennen zurück.

Für den marktbreiten S&P 500 <US78378X1072> ging es am Mittwoch um 1,90 Prozent auf 3060,54 Punkte hoch. Der technologielastige Nasdaq 100 <US6311011026> gewann 1,95 Prozent auf 8761,80 Punkte.

Nach dem jüngsten Ausverkauf, der den Dow am Freitag unter 24 700 Punkte bis an das Tief von Juni 2019 heranführte, gehen Anleger wieder etwas mehr ins Risiko, auch wenn die Infektionszahlen nicht nachlassen. "Das Ausmaß des Abverkaufs und die rasche Reaktion der Politik hat uns kürzlich ermutigt, unsere Risikopositionen zu erhöhen", schrieb Investment-Chef Mark Haefele von der Schweizer Großbank UBS in einem Kommentar.

An der Dow-Spitze schnellten die Aktien des Krankenversicherers UnitedHealth Group <US91324P1021> um gut 10 Prozent hoch, womit sie auf die Siegesserie von Joe Biden bei den Vorwahlen der US-Demokraten am Super-Tuesday reagierten. Dadurch würden die Sorgen vor möglichen negativen Auswirkungen der vom Partei-Rivalen Bernie Sanders geplanten allgemeinen Krankenversicherung für alle Amerikaner ("Medicare for All") abgemildert, hieß es am Markt.

General Electric (GE) <US3696041033> kletterten um 1,2 Prozent, nachdem der Industriekonzern seine Prognose für das laufende Jahr trotz eines vom Coronavirus belasteten Auftaktquartals bekräftigte.

Von Geschäftszahlen profitierten die Aktien von Abercrombie & Fitch <US0028962076> und Campbell Soup <US1344291091>, die um mehr als 6 beziehungsweise um 7 Prozent anzogen. Beim Textilkonzern hieß es, im vierten Quartal übertroffene Erwartungen seien eine Stütze für die auf einem Tief seit Ende 2017 angekommenen Aktien. Für den Suppenhersteller gab es Lob für einen angehobenen Gewinnausblick. Dagegen brachen die Papiere des Mode-Einzelhändlers Urban Outfitters <US9170471026> nach einer enttäuschenden Umsatz- und Gewinnentwicklung im Schlussquartal um fast 7 Prozent ein.

Ansonsten sorgten Analystenstimmen für Bewegung. Zum Kauf empfohlen wurden die Aktien von Oracle <US68389X1054> und Home Depot <US4370761029>, erstere von der Societe Generale und letztere von der japanischen Nomura-Bank. Oracle gewannen 1,1 Prozent, Home Depot 3 Prozent.