ROUNDUP/Aktien New York: Einbruch fortgesetzt - Dow startet 12 Prozent tiefer

NEW YORK (dpa-AFX) - Das Fiasko an den US-Aktienmärkten wegen der Coronavirus-Krise hat sich in der neuen Woche fortgesetzt. Nachdem der Handel am Montag zunächst für rund 15 Minuten ausgesetzt worden war, sackte der Dow Jones Industrial <US2605661048> nach Wiederaufnahme um mehr als 12 Prozent ab. In der Folgezeit erholte sich der Leitindex etwas und notierte zuletzt noch 8,10 Prozent tiefer bei 21 306,66 Zählern. Am Freitag war der Dow noch um 9,4 Prozent gestiegen, hatte damit auf Wochensicht aber immer noch einen Verlust von mehr als 10 Prozent verbucht.

Der marktbreite S&P 500 <US78378X1072> verlor am Montag zuletzt 7,56 Prozent auf 2506,06 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 <US6311011026> ging es um 7,42 Prozent auf 7402,19 Zähler nach unten. Beide Indizes hatten zunächst ebenfalls prozentual zweistellig nachgegeben.

Die Maßnahmen mehrerer globaler Notenbanken verfehlten damit zunächst ihr Ziel. Am Markt hieß es, eine am Sonntag von der US-Notenbank vorgenommene Notfallaktion erhöhe derzeit sogar die Ängste vor dem Ausmaß der laufenden Viruskrise. Die Fed hatte den Leitzins überraschend auf fast null Prozent reduziert und ein Maßnahmenpaket in Koordination mit anderen Notenbanken angekündigt.

Analyst Neil Wilson von Markets.com sprach von einem bemerkenswerten Schritt der Fed, betonte aber zugleich, dass die Weltwirtschaft mehr und mehr zum Stillstand komme. Da fehle es auch den Währungshütern an dem nötigen Gegenmittel. Anleger starteten wieder eine Massenflucht aus dem Aktienmarkt in die als sicherer angesehenen Anlagen wie etwa US-Staatsanleihen.

Die Entscheidung der Fed schickte die Aktien von US-Banken am Montag wieder auf eine steile Talfahrt. Die Papiere der im Dow notierten Branchenvertreter JPMorgan <US46625H1005> und Goldman Sachs <US38141G1040> etwa sackten um bis zu 13 Prozent ab. Für Banken macht ein niedriges Zinsumfeld das Alltagsgeschäft zum Beispiel mit Krediten weniger attraktiv.

Die Aktien von Apple <US0378331005> kamen mit minus 9 Prozent unter Druck. Der iPhone-Hersteller hatte angekündigt, wegen der Coronavirus-Ausbreitung seine 460 hauseigenen Läden außerhalb Chinas für zwei Wochen zu schließen. Man wolle damit dazu beitragen, die Krankheit zu bremsen, sagte Firmenchef Tim Cook am Samstag. Außerdem wurde Apple von der französischen Wettbewerbsbehörde mit einer Strafe von gut 1,1 Milliarden Euro für aus ihrer Sicht illegale Vertriebsvereinbarungen belegt.

Stark unter Druck blieb derweil wegen dem Coronavirus auch weltweit die Luftfahrtbranche. Die Papiere von American Airlines <US02376R1023>, Delta <US2473617023> und United <US9100471096> büßten zwischen 10 und 20 Prozent ein.