ROUNDUP/Aktien New York: Dow weiter auf Rekordjagd - 22 000 Punkte fallen nicht

dpa-AFX

NEW YORK (dpa-AFX) - Am ersten Handelstag im August sind die US-Börsen freundlich in den Handel gestartet. Für den Dow Jones Industrial bedeutete dies einen erneuten Rekord bei 21 988,34 Punkten, den der Leitindex am Dienstag in den ersten Handelsminuten aufstellte. Er scheiterte damit nur knapp an der Marke von 22 000 Punkten, die ihm vorerst noch verwehrt bleibt. Zuletzt stand er 0,36 Prozent höher bei 21 969,37 Punkten.

Der Dow entwickelt sich damit weiterhin etwas besser als seine Indexkollegen, bei denen die jüngsten Rekorde schon einige Tage zurückliegen. Börsianer konstatierten dabei weiterhin einen Favoritenwechsel hin zu den Standardwerten. Der Auswahlindex der Technologiewerte Nasdaq 100 zeigte sich daher auch am Dienstag wieder einen Tick zögerlicher: Er legte um 0,29 Prozent auf 5897,10 Punkte zu. Gleiches galt für den breit gefassten S&P 500 mit einem Anstieg um 0,18 Prozent auf 2474,81 Punkte.

Eine Serie von US-Wirtschaftsdaten blieb am Dienstag am Markt weitgehend ohne Auswirkungen. Gemessen am Inflationsmaß PCE war das Preisniveau in den USA im Juni nur moderat um 1,4 Prozent gestiegen, was etwas Druck vom geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Fed nimmt. Der vielbeachtete ISM-Einkaufsmanagerindex war außerdem auf 56,3 Punkte gefallen. Ein Rückgang war hier von den Experten aber schon erwartet worden.

Unternehmensseitig nahm am Dienstag die Berichtssaison wieder etwas Fahrt auf. Papiere von Pfizer waren nach den Zahlen für das zweite Quartal mit 1 Prozent der größte Verlierer im Dow. Der Gewinn war zwar gestiegen, was den Pharmakonzern auch optimistischer für das Gesamtjahr stimmt. Bei den Erlösen kämpft das Unternehmen aber weiter mit einer Flaute. Der Umsatz war um 2 Prozent auf knapp 12,9 Milliarden Dollar zurückgegangen.

Beim Adidas-Rivalen Under Armour hatten das schnelle Wachstum der vergangenen Jahre und die immer stärker werdende Konkurrenz ihren Tribut gefordert. Der sonst nie um Seitenhiebe auf die Konkurrenz verlegene Chef Kevin Plank gab einen Konzernumbau bekannt und schraubte die Erwartungen an das Gesamtjahr zurück. Die Aktien sackten daraufhin deutlich um fast 6 Prozent ab.

Unter Druck standen außerdem die US-Autobauer wegen schwacher Absatzzahlen für Juli. Bei General Motors sorgte ein unerwartet starker Rückgang der Auslieferungen für Verstimmung, die Aktien büßten mehr als 3 Prozent ein. Auch die Ford-Papiere gingen um fast 3 Prozent auf Talfahrt. Wie Händler betonten, setzte sich die negative Tendenz in diesem Jahr fort. Wegen der Unsicherheit, wohin Megatrends wie Elektroantriebe oder Autonomes Fahren zeitnah führen werden, werde derzeit mit dem Autokauf gezögert.

Es gab aber auch Nachrichten, die bei Anlegern gut ankamen: die Aktien von Sprint etwa zogen kräftig um fast 10 Prozent an. Der Mobilfunkbetreiber hatte mit seinem Gewinn die Markterwartungen übertroffen, seine Aktie wurde aber auch wieder von neuer Konsolidierungsfantasie angetrieben. Der japanische Hauptaktionär Softbank hatte einmal mehr die Absicht erklärt, den Mobilfunker mit einem anderen Anbieter zusammenlegen zu wollen.