ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Starker Euro drückt Dax wieder ins Minus

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat nach dem starken Wochenstart wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Angesichts des anziehenden Euro, der die Exporte hiesiger Unternehmen verteuern kann, machten die Anleger am Dienstag Kasse: Der deutsche Leitindex schloss 0,72 Prozent tiefer bei 13 215,79 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Werte gab um 0,29 Prozent auf 26 366,75 Punkte nach. Der Technologiewerte-Index TecDax bewegte sich mit plus 0,04 Prozent auf 2561,67 Zähler kaum vom Fleck.

Derweil hat sich die Stimmung in den deutschen Unternehmen im Dezember von sehr hohem Niveau aus eingetrübt. Bankvolkswirte hatten dagegen mit einer Stagnation gerechnet.

Gespannt wurde am Markt auf die anstehende Abstimmung über die Steuerpläne von Donald Trump im Kongress geblickt. Der US-Präsident kann nach bisherigem Stand davon ausgehen, dass er die nötigen Stimmen für seine Reform zusammen hat. Die Hoffnung auf Steuererleichterungen hatte dem Dax am Vortag den größten Tagesgewinn seit Wochen beschert.

Laut dem Börsenfachmann Robert Halver von der Baader Bank könnte zum Jahresende das berühmte "Window Dressing" nochmals für Bewegung bei Einzelwerten sorgen. Dabei versuchen institutionelle Investoren, ihr Portfolio durch den Kauf gut gelaufener Aktien in ein besseres Licht zu rücken. Passend dazu waren die Aktien der Lufthansa am Dienstag mit 1,58 Prozent plus der Spitzenreiter im Dax. Im bisherigen Jahresverlauf sind sie mit einem Anstieg um mehr als 150 Prozent der mit Abstand beste Indexwert.

Am Index-Ende fielen Deutsche Bank um knapp 2 Prozent. Die europäischen Banken setzten ihre Marktanteilsverluste im Vergleich zu den US-Wettbewerbern fort, schrieben die Analysten der Citigroup.

Unter den Nebenwerten büßten die Anteilsscheine von Ceconomy fast 5 Prozent ein. JPMorgan-Analystin Georgina Johanan wertete den Ausblick des Elektronikhändlers aus dem MDax als etwas enttäuschend. Besser erging es unter den mittelgroßen Werten den Aktien von Hugo Boss mit einem Kursgewinn von gut einem Prozent. Hier hatte ein optimistischer Geschäftsausblick von Vorstandschef Mark Langer den Aktien des Modekonzerns neues Leben eingehaucht.

Turbulent blieb es bei den Steinhoff-Aktien wegen des weiter schwelenden Bilanzskandals. Die Ernennung eines Übergangschefs hatte die Anteilsscheine des Möbelhändlers zunächst ins Plus gehievt. Nach Aussagen zur Bilanz- und Kreditsituation in Präsentationsunterlagen kam es aber zu einem neuen Kursrutsch um rund 20 Prozent.

Im TecDax erholten sich die Papiere von Dialog Semiconductor mit gut 8 Prozent plus deutlich von ihrem Kurseinbruch der vergangenen drei Wochen. Hier sorgte es für etwas Übernahmefantasie, dass der chinesische Großaktionär Tsinghua University seinen Anteil an dem Chipunternehmen auf gut 9 Prozent ausgebaut hatte.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 beendete den Tag mit einem Minus von 0,75 Prozent bei 3582,22 Punkten. In Paris wurden ähnlich hohe Verluste verzeichnet, während der FTSE 100 in London dank des schwachen Pfund nahezu auf der Stelle trat. An der New Yorker Wall Street gab der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss etwas nach.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,16 Prozent am Vortag auf 0,17 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,06 Prozent auf 141,39 Punkte. Der Bund-Future büßte 0,61 Prozent auf 162,31 Punkte ein. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1823 (Montag: 1,1795) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8458 (0,8478) Euro./la/men

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---