ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Mit Schwung in den November - Zollstreit-Ende

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Ende des Zollstreits zwischen den USA und der EU hat dem Dax <DE0008469008> am Montag einen starken Start in den Monat November beschert. Mit einem Plus von 0,75 Prozent auf 15 806,29 Zähler ging der Leitindex aus dem Handel. Seit seinem Zwischentief vor knapp vier Wochen hat er damit inzwischen wieder fast 1000 Punkte gewonnen.

In der Spitze war es für das deutsche Börsenbarometer am Morgen bis knapp unter 15 850 Punkte hochgegangen. Da fehlten keine 200 Punkte mehr bis zu seinem Rekordhoch, das vor zweieinhalb Monaten erreicht wurde.

"Zölle kamen und kommen an den Börsen nie gut an. Von daher hebt hier jede Abschaffung die Stimmung", sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Frankfurter Vermögensverwalter QC Partners zum Ende des seit 2018 währenden Zollstreits um Stahl- und Aluminiumpreise.

Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Börsentitel gewann zum Wochenauftakt 0,76 Prozent auf 35 117,27 Punkte und auch europaweit und in den USA war die Stimmung gut. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> beendete den Tag mit einem Plus von 0,70 Prozent auf 4280,47 Punkte und auch in Paris und London ging es aufwärts. In den USA gewannen der Wall-Street-Index Dow Jones Industrial <US2605661048> und der Auswahlindex der Nasdaq-Börse zum Handelsschluss in Europa jeweils 0,2 Prozent.

"Buy the dip" - also Rücksetzer am Aktienmarkt zum Kauf nutzen - sei weiter die richtige Strategie, ist Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar von Robomarkets überzeugt. "Sah es am Freitagmorgen noch so aus, als könnten die negativen Ausreißer Apple <US0378331005> und Amazon <US0231351067> die gute Stimmung in der laufenden Berichtssaison trüben, macht der Aktienmarkt zum Wochenstart wieder da weiter, wo er vor den zwei schwarzen Flecken auf einer nahezu reinweißen Weste der Quartalsbilanzen aufgehört hat. Er steigt."

Selbst die Inflationssorgen und eine wohl bald restriktivere Geldpolitik der US-Notenbank Fed und womöglich auch der Europäischen Zentralbank (EZB) ließen die Anleger zum Wochenauftakt kalt. Nicht zuletzt setzte sich schließlich auch am New Yorker Aktienmarkt die Kauflaune auf Rekordniveau fort. Und in Tokio half der Börse, dass die Regierungspartei der Liberaldemokraten in Japan trotz eines Dämpfers an der Macht bleibt, so dass Börsianer dort mit einer weiterhin expansiven Finanzpolitik rechnen.

Hierzulande profitierten Stahlwerte wie Salzgitter <DE0006202005>, Klöckner & Co <DE000KC01000> und Thyssenkrupp <DE0007500001> vom Ende des Zollstreits und gewannen zwischen 1,9 und 2,9 Prozent.

Im Dax hatten waren die Papiere von Siemens Healthineers <DE000SHL1006> Spitzenreiter mit plus 2,7 Prozent. Der Medizintechnikkonzern und Dax-Neuling legt an diesem Donnerstag seine Zahlen für das vierte Geschäftsquartal vor. Am Markt sind Experten positiv gestimmt, und das nicht nur für einen guten Jahresabschluss, sondern auch für das neue Geschäftsjahr.

Die Aktien von Hapag Lloyd <DE000HLAG475> sprangen nach einer am Freitagnachmittag deutlich angehobenen Prognose für den Jahresgewinn um 6,9 Prozent hoch. Reederei-Werte präsentierten sich insgesamt stark. Auch die Anteilscheine des dänischen Konkurrenten Moeller Maersk <DK0010244508> waren gefragt, ebenso die Titel des Hamburger Hafenlogistikers HHLA <DE000A0S8488>, die um 2,1 Prozent stiegen. Laut Deutsche-Bank-Analyst Andy Chu dürfte für die Branche auch 2022 ein hervorragendes Jahr werden. Die durchschnittlichen Frachtraten könnten nochmals deutlich anziehen.

In den Blick gerieten auch die Anteile von CTS Eventim <DE0005470306>, die um 5,6 Prozent stiegen und sich damit ihrem Rekordhoch von 67,72 Euro aus der zweiten Oktober-Hälfte wieder stark annäherten. Laut Marktexperte Andreas Lipkow von Comdirect profitiert die Aktie von der Hoffnung auf die Rückkehr zur Normalität, was Großveranstaltungen betreffe. "Die Ticketverkäufe für 2022 haben begonnen, und CTS Eventim ist hierzulande der einzige Wert aus der Branche, auf den da gesetzt werden kann."

Der Euro <EU0009652759> wurde am frühen Abend mit 1,1594 US-Dollar gehandelt. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,1578 (Freitag: 1,1645) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8637 (0,8587) Euro.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,22 Prozent am Freitag auf minus 0,21 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> sank um 0,08 Prozent auf 143,41 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> stieg zuletzt um 0,01 Prozent auf 168,39 Punkte./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

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