ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Konjunkturpessimismus sorgt für Dax-Rutsch

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat zur Wochenmitte kräftig Federn gelassen. Negative Vorgaben der US-Börsen und die anhaltenden Konjunktursorgen lasteten wie tags zuvor auf der Stimmung. Zudem verhielten sich viele Anleger laut Marktbeobachtern lieber passiv vor möglichen geldpolitischen Kommentaren und Entscheidungen anlässlich der EZB-Sitzung an diesem Donnerstag.

Der Dax <DE0008469008> der am Mittwoch im Handelsverlauf auf ein Fünf-Wochen-Tief gefallen war, konnte sich bis zum Schlussgong hiervon nur mäßig erholen. Letztlich ging der deutsche Leitindex mit minus 1,47 Prozent bei 15 610,28 Punkten aus dem Handel. Der MDax <DE0008467416> der 60 mittelgroßen Börsenwerte büßte 0,86 Prozent auf 35 944,05 Zähler ein.

An den Börsen dominiert nach einigen schwachen Daten wieder die Sorge, dass der Schwung der Konjunkturerholung verpuffen könnte. Dabei rätseln Experten, ob die Notenbanken sich deshalb mit der Kurskorrektur ihrer bisher ultralockeren Geldpolitik noch etwas Zeit lassen könnten. Weiterer Druck kam zuletzt von den US-Börsen.

Mit dem Fall unter die Tiefs aus dem August habe sich aus technischer Sicht die Situation im Dax leicht verschlechtert, erklärte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Allerdings sei auf diesem Niveau einmal mehr die Kaufbereitschaft der Schnäppchenjäger zu erkennen gewesen. "Sollte sich der Dax jetzt schnell wieder fangen, könnte der Mittwoch als ein Ausrutscher in einer damit andauernden Seitwärtsphase abgehakt werden."

Unter den Einzelwerten fielen die Anteilsscheine von Siemens Energy <DE000ENER6Y0> um rund 8 Prozent und waren klares Schlusslicht im Dax. JPMorgan-Analyst Andreas Willi strich seine "Overweight"-Empfehlung für die Aktie. Er sieht für das Papier zwar weiter deutlichen Bewertungsspielraum, fürchtet aber massive Ergebnisrisiken bei Siemens Gamesa <ES0143416115>, an denen Siemens Energy 67 Prozent hält.

Covestro <DE0006062144>-Anteile stiegen im Handelsverlauf auf ein Hoch seit Mai und gehörten zum Schlussgong mit einem Aufschlag von rund 0,7 Prozent zu den Favoriten im Dax. Hier stützte eine Analystenstimme: Die Experten der US-Investmentbank Goldman Sachs halten den Spezialchemiekonzern für massiv unterbewertet.

Airbus <NL0000235190> konnten ihre Gewinne bis zum Abend nicht halten und verloren rund 0,30 Prozent. Der Flugzeugbauer lieferte im August zwar weniger Maschinen aus als im Vormonat, allerdings holte Airbus zugleich mehr Aufträge herein als in jedem vorangegangenen Monat des Jahres.

Die Freude über eine gute Auftragslage bei Nordex <DE000A0D6554> auf dem Heimatmarkt hielt dagegen nicht lang. Die Papiere des Windkraftanlagenbauers hatten bereits früh ihren Anfangsgewinn abgegeben. Sie schlossen als MDax-Letzter mit einem Abschlag von rund 5,5 Prozent.

Nach dem jüngsten Rutsch um mehr als 10 Prozent rappelten sich die Titel der Lufthansa <DE0008232125> hingegen gegen den schwachen Markttrend wieder auf. Die Aktien der Kranich-Linie schlossen rund 0,6 Prozent fester, nachdem sie am Morgen noch einen weiteren Tiefstand seit November erreicht hatten.

Auch Fraport-Anteile <DE0005773303> erholten sich vom in der Frühe erreichten Tief seit Juli, sie gewannen letztlich an der MDax-Spitze knapp 2,3 Prozent. Zuvor hatte Eurowings-Chef Jens Bischof in der "Süddeutsche Zeitung" von einem positiven Trend bei Geschäftsreisen berichtet. Die Zahl der Buchungen habe sich in den letzten Wochen verdoppelt und er rechne mit einer Fortsetzung des Trends im Herbst.

Nach Verlusten bereits am Vortag setzten auch Europas Börsen am Mittwoch ihren Abwärtstrend in verstärktem Maß fort. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx <EU0009658145> verlor 1,13 Prozent auf 4177,15 Punkte. Während es für den Pariser Cac 40 <FR0003500008> um 0,85 Prozent nach unten ging, fielen die Verluste im britischen FTSE 100 <GB0001383545> etwas moderater aus. In New York stand der Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss mit etwa 0,3 Prozent im Minus.

Der Kurs des Euro <EU0009652759> fiel. Für die europäische Gemeinschaftswährung wurden zuletzt 1,1825 US-Dollar gezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1827 (Dienstag:1,1860) Dollar fest. Der Dollar hatte damit 0,8455 (0,8432) Euro gekostet.

Am Anleihemarkt verharrte die Umlaufrendite bei minus 0,39 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> fiel um 0,01 Prozent auf 145,29 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> stieg um 0,05 Prozent auf 171,65 Zähler./tav/jha/

--- Von Tanja Vedder, dpa-AFX ---

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