ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Gewinnmitnahmen werfen Dax nach Rekord zurück

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Rekordrausch am deutschen Aktienmarkt hat sich auch am Dienstag fortgesetzt. Neben dem Dax <DE0008469008> erreichten wie schon tags zuvor auch die Indizes der zweiten Börsenreihe MDax <DE0008467416> und SDax <DE0009653386> neue Bestmarken. Danach setzten allerdings Gewinnmitnahmen ein, die insbesondere dem deutschen Leitindex zusetzten. Der Dax schloss mit einem leichten Abschlag von 0,21 Prozent auf 13 761,38 Punkte. Das Hoch hatte das wichtigste deutsche Börsenbarometer im frühen Handel bei gut 13 903 Punkten erreicht.

Der MDax durchbrach im Tagesverlauf erstmals in seiner Geschichte die Marke von 31 000 Punkten, letztlich verabschiedete sich der Index der mittelgroßen Werte mit einem Plus von 0,84 Prozent auf 30 912,39 Zähler aus dem Handel. Auch der Nebenwerteindex SDax brachte Gewinne über die Ziellinie - er rückte um 0,75 Prozent auf 14 766,65 Punkte vor.

Die relativ hohe Bewertung des Dax spreche dafür, dass sich der Leitindex zum Jahresende seitwärts bewegen dürfte, schrieb Marktbeobachter Timo Emden. "Angesichts der hohen Erwartungshaltung der Anleger hat die Gefahr von Enttäuschungen und damit von Kursrücksetzern aber auch wieder zugenommen." Aktuell steuert das wichtigste deutsche Börsenbarometer trotz des Corona-Crashs im Frühjahr auf einen Jahresgewinn von rund vier Prozent zu.

Am Vortag war dem Dax erstmals in seiner Geschichte der Sprung über 13 800 Punkte gelungen, nachdem zuvor mit dem Brexit-Handelspakt und dem US-Corona-Hilfspaket große Unsicherheiten aus dem Weg geräumt worden waren. Für den neuerlichen Rekord im deutschen Leitindex sorgten am Dienstag Spekulationen über ein noch größeres Corona-Konjunkturpaket, nachdem das Repräsentantenhaus für eine Anhebung der Corona-Hilfen gestimmt hatte. Ob jedoch der Vorstoß auch die Zustimmung des von den Republikanern dominierten Senats bekommen wird, ist fraglich. Die Republikaner dort hatten sich immer wieder gegen ein großzügigeres Konjunkturpaket ausgesprochen.

Dessen ungeachtet ging die Rally auch an Europas Aktienmärkten weiter. Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> rückte auf dem höchsten Niveau seit Ende Februar um 0,17 Prozent auf 3581,37 Punkte vor. Der französische Cac 40 <FR0003500008> gewann 0,42 Prozent auf 5611,79 Punkte. An der Londoner Börse konnten sich die Anleger dank der Brexit-Einigung über deutliche Kursgewinne freuen - zu Wochenbeginn hatte wegen eines Feiertags kein Handel stattgefunden. Der britische FTSE 100 <GB0001383545> stieg um 1,45 Prozent auf 6602,10 Zähler.

Die Hoffnung auf weitere Corona-Hilfen heizte auch die Kursrally an der Wall Street zunächst weiter an. Nach weiteren Rekorden im frühen US-Handel ließ der Aufwärtsdrang aber auch dort wieder nach. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial <US2605661048> trat zum hiesigen Börsenschluss nahezu auf der Stelle.

Bei den Einzelwerten im deutschen Leitindex belegten die Aktien von SAP <DE0007164600> mit einem Plus von rund eineinhalb Prozent einen der Spitzenplätze im Dax. Angetrieben von konkreten Details zum geplanten Börsengang der US-Tochter Qualtrics <US7476011025> erreichten die Aktien des Softwarekonzerns im Verlauf ein Hoch seit dem Kurseinbruch vor einigen Wochen. Damals waren die Papiere wegen eines verdüsterten Mittelfristausblicks unter die Räder geraten. Seit dem Tief Anfang November bei knapp unter 90 Euro haben die Papiere inzwischen wieder rund ein Fünftel an Wert zurück gewonnen.

Weiterhin beflügelt von der Impfstoffhoffnung in der Corona-Krise waren die Papiere der Lufthansa <DE0008232125>. Als Spitzenreiter im MDax gewannen sie mehr als fünfeinhalb Prozent. Als ermutigend könnten Anleger auch Aussagen des Verwaltungsratspräsidenten der Schweizer Tochter Swiss gewertet haben. Reto Francioni legte in einem Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung" für 2021 Hoffnung in den Interkontinental-Verkehr. Er sieht die Lufthansa-Tochter Swiss auch bis auf weiteres mit ausreichend Liquidität ausgestattet.

Der Eurokurs <EU0009652759> stieg zuletzt auf 1,2252 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,2259 (Montag: 1,2219) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8157 (0,8184) Euro gekostet. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,55 Prozent am Vortag auf minus 0,58 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> stieg um 0,16 Prozent auf 146,22 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> verlor 0,05 Prozent auf 177,64Punkte./tav/fba

--- Von Tanja Vedder, dpa-AFX ---