ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax geht stabil aus dem Handel

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax ist am Donnerstag auf einem soliden Kurs geblieben. Mehr aber auch nicht, wie der Tagesverlauf zeigt. Lange Zeit im Plus liegend, verloren die Anleger erst spät ihren Mut, als auch die US-Börsen ihre Gewinne reduzierten. Zum Schluss verteidigte er ein knappes Plus von 0,06 Prozent auf 12 346,17 Punkte. Der Puffer zur psychologisch wichtigen Marke von 12 000 Punkten, der er vor einer Woche gefährlich nahe gekommen war, ist somit nicht bedeutend größer geworden.

Der deutsche Markt hängt weiterhin am Tropf der Wall Street, wo sich die Anleger am Donnerstag nach zuletzt vier freundlichen Tagen nur noch zögerlich auf das Parkett wagten. Experten warnen ohnehin davor, dass der Markt trotz der jüngsten Gegenbewegung noch nicht aus dem Schneider ist. "Langfristig ist die Korrektur noch nicht ausgestanden", warnt etwa Chartexperte Franz-Georg Wenner von Index-Radar.

Die Indizes in der zweiten Reihe schlugen sich etwas besser: Gestützt auf die deutlich abhebenden Airbus-Aktien gewann der MDax am Donnerstag 1,65 Prozent auf 25 844,90 Punkte. Auch der Technologiewerte-Index TecDax behauptete sich klar im positiven Bereich: er legte um 0,52 Prozent auf 2534,36 Zähler zu.

Für den LBBW-Analysten Frank Klumpp ist die positive Reaktion der Märkte am Vortag zwar ein gutes Zeichen, weil Inflationsdaten aus den USA unter den Anlegern nicht mehr für Verstimmung sorgten. Dies könne "den Einen oder Anderen zum Aufbau von Aktienpositionen ermutigen", hatte der Experte am Morgen gesagt. Um letztlich aber von einem Ende der Korrektur reden zu können, muss der Dax laut dem Chartexperten Wenner erst über die vielbeachtete 200-Tage-Linie steigen, die aktuell bei knapp unter 12 750 Punkten verläuft.

Auf der Unternehmensseite zog am Donnerstag vor allem Airbus die Blicke auf sich. Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern überzeugte die Anleger mit seiner Gewinnentwicklung im Jahr 2017 und einer überraschend hohen Dividende. Die Papiere schnellten um mehr als 10 Prozent nach oben. Zu dem vor drei Wochen erreichten Rekordhoch von 93,76 Euro fehlten ihnen im Frankfurter Handel in der Spitze nur wenige Cent.

Zu den Profiteuren steigender Zinsen gehören tendenziell die Finanzwerte, da ein höheres Zinsniveau den Banken im klassischen Geschäft zu Gute kommt. Vor allem wurde hier die Commerzbank als Profiteur der "Zinsfantasie" genannt, ihre Papiere legten um 1,29 Prozent zu und gehörten so zur Spitzengruppe im Dax.

Allianz-Aktien profitierten mit einem Plus von 0,84 Prozent von positiven Analystenkommentaren. Die US-Bank JPMorgan bestätigte ihr "Overweight"-Votum für die Aktien, die von Oddo BHF neuerdings zum Kauf empfohlen werden. Zu Wochenschluss werden von dem Versicherer die aktuellen Geschäftszahlen erwartet.

Schwächster Indexwert im Dax waren RWE mit einem Abschlag von mehr als 2 Prozent. Nach drei Gewinntagen kam es hier vorerst zu Gewinnmitnahmen - wohl auch deshalb, weil die Aktien der Ökostromtochter Innogy im MDax um fast 3 Prozent absackten. Hier sorgte ein Bericht im "Manager Magazin" über Kostennöte für Aufsehen, auch wenn Innogy die Spekulationen umgehend dementierte.

Im TecDax gerieten die Aktien des Biotech-Unternehmens Morphosys mit 1,77 Prozent unter Druck, nachdem die kanadische Bank RBC sie mit "Underperform" in die Bewertung aufgenommen hatte. Die Aktie preise bereits Erfolge ein, ignoriere aber die Risiken, begründete Analystin Zoe Karamanoli ihren Schritt.

Europaweit wurde der Dax von einigen Märkten abgehängt. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 kletterte am Ende um 0,59 Prozent auf 3389,63 Punkte. Vor allem in Paris ging es deutlich um mehr als 1 Prozent nach oben - auch wegen Airbus. In London legte der FTSE 100 um 0,29 Prozent zu. Der Dow Jones Industrial lag zum Handelsschluss in Frankfurt moderat im Plus.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,51 Prozent am Vortag auf 0,55 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,22 Prozent auf 138,57 Punkte. Der Bund-Future stand knapp mit 0,09 Prozent im Plus bei 157,84 Punkten.

Der Eurokurs stieg am Donnerstag zeitweise über die Marke von 1,25 US-Dollar, stand zuletzt aber wieder darunter bei 1,2483 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,2493 (Mittwoch: 1,2348) US-Dollar festgesetzt./tih/he

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---