ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax fällt den fünften Börsentag in Folge

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Mittwoch erneut auf dem Rückzug befunden. Belastet von einem steigenden Eurokurs gab der Dax bereits den fünften Handelstag in Folge nach. Als die Gemeinschaftswährung die Verluste zum US-Dollar am Nachmittag jedoch fast komplett wieder aufholte, grenzten auch die Aktien die Verluste wieder ein. Am Ende stand für den Dax noch ein Minus von 0,44 Prozent auf 12 976,37 Punkte zu Buche.

Im Verlauf des Handels war das Börsenbarometer um bis zu 1,4 Prozent auf unter 12 850 Punkte abgesackt. Der Eurokurs war zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit einem Monat gestiegen. Ein starke Gemeinschaftswährung kann die Exportchancen deutscher Unternehmen schmälern.

Der MDax der mittelgroßen Werte fiel um 0,75 Prozent auf 26 161,19 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax rutschte um 1,34 Prozent auf 2458,03 Punkte deutlich stärker ab. Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 gab lediglich um 0,19 Prozent nach.

"Die Stimmung ist in der jetzigen Abwärtsbewegung nicht gekippt", merkte Jochen Stanzl von CMC Markers zu den letztlich nur moderaten DAX-Verlusten an. Es sei gut möglich, dass es sich lediglich um eine vorübergehende Korrektur in einem grundsätzlich stabilen Aufwärtstrend handele. Die Kursbewegungen seien charakteristisch für eine von Optimisten dominierte Börse: Langsame Anstiege würden von abrupten Verlusten unterbrochen, auf die dann wieder langsame Anstiege folgten.

Im Dax zog die Deutsche Bank die Aufmerksamkeit auf sich. Keine vier Monate nach dem Einstieg bei der Commerzbank ist der US-Finanzinvestor Cerberus nun auch beim Branchenkollegen an Bord. Einer Stimmrechtsmitteilung zufolge hat sich Cerberus-Gründer Stephen Feinberg einen Anteil von 3,00 Prozent gesichert. Das verhalf dem Kurs der Bank zu einem Plus von 1,91 Prozent. Commerzbank stiegen um 1,84 Prozent. Händler sprachen von erneuten Spekulationen um ein Zusammengehen der beiden deutschen Geldhäuser, auf das Cerberus nun drängen könne.

Papiere der Deutschen Börse gewannen 1,80 Prozent. Kreisen zufolge ist der momentane Vorstandssprecher der Münchener Hypovereinsbank, Theodor Weimer, Favorit für die Nachfolge des zum Jahresende ausscheidenden Vorstandschefs Carsten Kengeter. Dies sorgte bei Investoren für Erleichterung nach einer langen Hängepartie, sagten Börsianer.

Ansonsten standen Quartalsberichte aus der zweiten Reihe im Blick. Im Index der mittelgroßen Unternehmen zählten Aurubis nach einer Abstufung durch die Commerzbank und Lanxess nach Quartalszahlen mit einem Minus von 4,05 beziehungsweise 3,11 Prozent zu den größten Verlierern. Vor allem der nur leicht angehobene Jahresausblick des Spezialchemiekonzerns habe enttäuscht, hieß es.

Die Anteile von Airbus setzten sich mit einem Plus von 2,58 Prozent auf 85,49 Euro an die Spitze des MDax. Nach einem Rekordauftrag, der laut Preisliste einen Gesamtwert von knapp 50 Milliarden Dollar hat, befinden sich die Papiere wieder nahe an ihrem Rekordhoch von 88,20 Euro.

Um 5,14 Prozent ging es für die Papiere von K+S nach den Quartalszahlen abwärts. Beim Dünger- und Salzkonzern monierte Analyst Patrick Rafaisz von der Bank UBS die Qualität der Ergebnisse.

Im TecDax kletterten die Aktien des 3D-Druckerherstellers SLM Solutions um 4,66 Prozent nach oben und nahmen Kurs auf ihr 2016 erreichtes Rekordhoch bei 44,30 Euro. Am Vortag hatte das Unternehmen einen Großauftrag bekanntgegeben.

Im SDax schnellten Hapag-Lloyd um mehr als 13 Prozent nach oben. Dass die Hamburger Reederei nach neun Monaten im laufenden Geschäftsjahr die Gewinnzone erreicht hatte, sorgte nach der jüngsten Talfahrt des Aktienkurses für eine kräftige Erholung.

Am Rentenmarkt gab die Umlaufrendite von 0,23 Prozent am Dienstag auf 0,19 Prozent nach. Der Rentenindex Rex stieg um 0,18 Prozent auf 141,60 Punkte. Der Bund Future rückte um 0,15 Prozent auf 162,66 Punkte vor. Den Referenzkurs für den Euro hatte die Europäische Zentralbank (EZB) auf 1,1840 (Dienstag: 1,1745) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8446 (0,8514) Euro./bek/he

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---