ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax vor Fed-Kommentaren weiter erholt

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die deutschen Aktienindizes haben sich am Mittwoch vor neuen Aussagen der US-Notenbank anlässlich des Leitzinsentscheids weiter erholt. Zudem stützten insgesamt positiv ausgefallene Quartalsberichte, hieß es. Nachdem der Dax am späten Vormittag allerdings noch bis auf 12 341 Zähler geklettert war, ging er letztlich mit einem Plus von 0,33 Prozent auf 12 305,11 Punkte aus dem Handel. Tags zuvor hatte er nach seiner jüngsten Talfahrt bereits ein Plus von knapp einem halben Prozent erzielt.

Für den MDax ging es zur Wochenmitte mit plus 1,23 Prozent auf 24 927,55 Punkte deutlicher nach oben, was nicht zuletzt an hohen Kursgewinnen des Rechtsnachfolgers der Metro, Ceconomy, und des Staplerherstellers Kion lag. Der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 0,80 Prozent vor auf 2278,33 Zähler.

Europaweit wurden ebenfalls Gewinne verzeichnet, etwa in Paris und London. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss mit plus 0,51 Prozent auf 3491,19 Punkte. Rekorde verzeichneten zudem alle vier wichtigen Indizes in den USA: Der Dow Jones Industrial , der S&P 500 und die Nasdaq-Börsen.

Von der US-Notenbank geht nach Ansicht von Analyst Milan Cutkovic von AxiTrader kaum eine Gefahr für die Aktienmärkte aus. Die jüngsten US-Konjunkturdaten hätten nicht überzeugt, und auch die Inflation habe an Schwung verloren. Daher dürfte die Fed eher vorsichtig bleiben und die Zinsen zur Freude der Börsen erst im Dezember wieder anheben. Die Experten des Börsenstatistik-Magazins "Index Radar" sind dennoch skeptisch mit Blick auf den Dax und sprechen vorerst nur von einer kleinen Gegenbewegung. Auf einen Schritt nach vorne folgten zwei zurück, schrieben sie.

COMMERZBANK-AKTIE ERNEUT DAX-FAVORIT

Die Aktien der Commerzbank waren erneut Favorit im Dax und legten nach einem Plus von rund 2,5 Prozent am Vortag nun um weitere 2,73 Prozent zu. Eine Stimmrechtsmitteilung verlieh den Aktien einen neuen Schub. Der Finanzinvestor Cerberus hält nun demzufolge rund 5 Prozent der Stimmrechte an dem Finanzinstitut.

Die Vorzüge von Volkswagen belegten mit plus 1,90 Prozent den zweiten Platz und erholten sich damit etwas von ihren jüngsten Verlusten. Die Daimler-Anteile konnten indes ihre moderaten Aufschläge vom Vormittag nicht halten und schloss mit einem weiteren Abschlag von diesmal 0,75 Prozent. Zwar sei der Autobauer den Erwartungen an das zweite Quartal gerecht geworden, doch liege der Fokus immer noch auf den Kartellvorwürfen und der Diesel-Problematik, hieß es am Markt.

Der europäische Autosektor insgesamt präsentierte sich mit einem Plus von 0,63 Prozent freundlich, was auch an starken Quartalszahlen des französischen Herstellers PSA lag.

MERCK-PAPIER WEITET VERLUSTE AUS

Sehr schwach am Dax-Ende zeigten sich indes die Aktien des Pharma- und Chemiekonzerns Merck KGaA mit minus 3,35 Prozent. Gestrichene Kaufempfehlungen von der Deutschen Bank und der Credit Suisse machten sich negativ bemerkbar. Beide Häuser verwiesen auf Risiken im Flüssigkristallgeschäft (LCD) der Darmstädter.

Auf ein Rekordhoch von 73,75 Euro stiegen dagegen im MDax die Aktien von Kion nach guten Ergebnissen im zweiten Quartal und gingen mit plus 7,35 Prozent auf 73,43 Euro aus dem Handel. Im Geschäft mit Gabelstaplern verbessere sich die Lage von Quartal zu Quartal, kommentierte Analyst Alexander Hauenstein von der DZ Bank.

CECONOMY SEHR FEST NACH ZUKAUF

Der aus der Aufspaltung des Handelskonzerns Metro hervorgegangene Elektronikhändler Ceconomy expandiert mit einer Übernahme in Frankreich. Der Rechtsnachfolger der Metro steigt beim französischen Konkurrenten Fnac Darty ein. Als zweitstärkster Wert im Index der mittelgroßen Werte verteuerten sich die Ceconomy-Papiere aufgrund der daraus folgenden Sektorkonsolidierung um 7,13 Prozent.

Die Papiere des Spezialanlagenbauers Aixtron setzten ihre Erholungsrally im TecDax mit einem Plus von 6,25 Prozent fort. Am Vortag hatte der LED- und Chipindustrieausrüster die Anleger mit einem optimistischeren Geschäftsausblick überzeugt. Telefonica Deutschland schlossen nach vorgelegten und laut Analysten soliden Quartalszahlen mit plus 0,04 Prozent fast unverändert.

EURO SCHWÄCHELT ETWAS

Am Rentenmarkt legte die Umlaufrendite von 0,28 Prozent am Vortag auf 0,31 Prozent zu. Der Rentenindex Rex sank um 0,18 Prozent auf 140,67 Punkte. Der Bund Future gewann 0,08 Prozent auf 161,75 Punkte. Der Euro wurde zuletzt mit 1,1634 US-Dollar gehandelt und war damit weniger wert als am Vortag. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1644 (Dienstag: 1,1694) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8588 (0,8551) Euro./ck/stw

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---