ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax im Minus - Gasthema und EZB machen nervös

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax <DE0008469008> ist am Mittwoch nach zunächst weiteren Erholungsgewinnen in die Verlustzone gedreht. Allerdings verringerte er sein Minus bis Handelsschluss spürbar. Dabei profitierte der deutsche Leitindex vor allem von der sehr positiven Börsenstimmung an der New Yorker Wall Street. Die künftige Gasversorgung und auch die Leitzins-Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag blieben zugleich die zentralen Themen in den Handelsräumen.

Nachdem der Dax zeitweise bis knapp unter 13 400 Punkte gestiegen war, schloss er 0,20 Prozent schwächer bei 13 281,98 Punkten. Tags zuvor war er nach mehreren Berichten über eine planmäßige Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen noch um 2,7 Prozent hochgesprungen. Der MDax <DE0008467416> legte zur Wochenmitte um 0,68 Prozent auf 26 696,42 Zähler zu.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> gab um 0,06 Prozent auf 3585,24 Punkte nach. In Paris und London fiel das Minus etwas deutlicher aus. In den USA stieg dagegen der Dow Jones Industrial <US2605661048> zum Börsenschluss in Europa leicht.

Marktexperte Craig Erlam vom Broker Oanda brachte die aktuelle Nervosität an Europas Börsen auf den Punkt: "Um zwei große Themen dreht sich in dieser Woche das Interesse der europäischen Anleger: die EZB-Sitzung und Nord Stream 1. Und in beiden Fällen gab es eine Menge Bewegung, und zwar derart viel, dass ich, was den Ausgang morgen betrifft, unsicherer bin als zu Beginn der Woche."

Die Aktien von Uniper <DE000UNSE018> setzten sich angesichts der Aussicht auf baldige Staatshilfen für den angeschlagenen Energiekonzern mit einem Kursplus von fast 13 Prozent an die MDax-Spitze. Bereits am Vortag waren sie - angetrieben von Spekulationen um die Wiederaufnahme von Gaslieferungen aus Russland - um gut zehn Prozent gestiegen. Am Mittwoch wurden die Maßnahmen zur Rettung von Uniper konkreter. Die bestehenden Kredite der staatlichen KfW-Bank müssten von zwei auf acht Milliarden Euro aufgestockt werden, wie aus einem Papier des Bundestagsausschusses für Klimaschutz und Energie hervorgeht, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Im Dax brachen am Nachmittag die Aktien von Hellofresh <DE000A161408> wegen einer Umsatz- und Gewinnwarnung ein. Sie beendeten den Handel mit minus 9,4 Prozent, nachdem sie zuvor noch mit mehr als sechs Prozent im Plus gelegen und in der Spitze sogar um rund acht Prozent zugelegt hatten. Ein Händler sieht inzwischen die Gefahr, dass - wie bereits Delivery Hero <DE000A2E4K43> - nun auch der Kochboxenversender bald aus der ersten Börsenliga ausscheiden könnte.

Die Continental-Aktien <DE0005439004> rückten dagegen nach Eckdaten zum zweiten Quartal um 0,6 Prozent vor. Der Autozulieferer und Reifenhersteller schlug sich in einem schwierigen Umfeld in etwa wie erwartet.

Die Papiere von Scout24 <DE000A12DM80> profitierten mit plus 1,8 Prozent von einer Hochstufung durch die US-Investmentbank Morgan Stanley. Der Online-Portalbetreiber sei mit robusten Abonnementumsätzen und hohen Barmittelzuflüssen auch in einem unsicheren Umfeld stark, schrieb Analyst Pete-Veikko Kujala.

Dagegen ging es für Rational <DE0007010803> als MDax-Schlusslicht um drei Prozent abwärts. Angesichts der Kursrally der Papiere des Profiküchen-Ausrüsters seit Ende Juni sieht die britische Bank HSBC kaum zusätzliches Aufwärtspotenzial.

Im SDax <DE0009653386> landeten die Ceconomy <DE0007257503>-Aktien <DE0007257503> nach einem negativen Kommentar der französischen Investmentbank Exane BNP Paribas mit minus 5,8 Prozent am Index-Ende.

Der Euro <EU0009652759> kostete am frühen Abend 1,0213 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0199 (Dienstag: 1,0245) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9805 (0,9761) Euro.

Am Rentenmarkt lag die Umlaufrendite deutscher Bundesanleihen stabil auf 1,09 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> verharrte auf 134,86 Punkten. Der Bund-Future <DE0009652644> gewann 0,16 Prozent auf 151,36 Zähler./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

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