ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax setzt Rekordkurs fort

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Gestützt von den jüngsten EZB-Beschlüssen und einem gesunkenen Eurokurs haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt auch am Freitag beherzt zugegriffen. Der Dax erklomm am späten Vormittag einen historischen Höchststand von 13 249 Punkten. Zum Handelsende behauptete er ein Plus von 0,64 Prozent auf 13 217,54 Punkte, womit er nicht ganz so deutlich zulegte wie am Vortag. Auf Wochensicht schaffte das Börsenbarometer einen satten Kursgewinn von 1,75 Prozent.

Der MDax , in dem die Aktien mittelgroßer deutscher Konzerne vertreten sind, gewann am Freitag letztlich 0,74 Prozent auf 26 710,00 Punkte und setzte damit seinen Rekordkurs ebenfalls fort. Der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 1,44 Prozent auf 2526,13 Zähler vor.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,41 Prozent auf 3652,23 Punkte. Auch für die nationalen Indizes in Paris und London ging es etwas nach oben. In New York hielt sich der US-Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsende nur knapp im Plus.

Über die weitere Entwicklung beim Dax gehen die Meinungen auseinander. Einige Börsianer trauen ihm dank guter Unternehmens- und Wirtschaftsnachrichten weitere Kursgewinne zu. Dagegen mahnen andere angesichts des schon guten Laufs vor zu viel Euphorie. Denn seit Jahresbeginn hat der deutsche Leitindex immerhin schon um rund 15 Prozent zugelegt

Mit der Ankündigung halbierter monatlicher Anleihekäufe hatte die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag - wie von den meisten Ökonomen erwartet - den ersten Schritt zur Beendigung ihrer ultralockeren Geldpolitik gemacht. Während einige Experten den grundsätzlichen "Einstieg in den Ausstieg" begrüßten, hielten ihn andere für zu zaghaft.

Aus Unternehmenssicht standen vor dem Wochenende vor allem die Quartalszahlen der Dax-Konzerne Volkswagen (VW) und Linde im Anlegerfokus. Eine optimistischere Einschätzung der Profitabilität des Autokonzerns im Gesamtjahr trieb die VW-Vorzugsaktien auf den höchsten Stand seit Ende Januar. Mit einem Plus von letztlich 4,47 Prozent waren sie bester Dax-Wert. Das um Sonderkosten bereinigte operative Ergebnis kletterte im dritten Quartal unerwartet kräftig.

Der vor der Fusion mit Praxair stehende Linde-Konzern profitierte auch im dritten Quartal von besser laufenden Geschäften in Europa und Asien. Allerdings bekam Linde erneut den Preisdruck im US-Gesundheitswesen zu spüren. Beim Umsatz traf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten. Der um Einmaleffekte bereinigte operative Gewinn (Ebitda) fiel besser als erwartet aus. Die zum Umtausch eingereichten Linde-Aktien stiegen um 3,00 Prozent.

Die Aktien der Deutschen Börse konnten indes nicht nachhaltig von den in den anstehenden Führungswechsel gesetzten Hoffnungen profitieren. Nachdem Amtsinhaber Carsten Kengeter am Donnerstag angesichts der laufenden Insiderermittlungen seinen Rücktritt angekündigt hatte, hatten die Titel des Börsenbetreibers bereits etwas zugelegt. Am Freitag ging es um bis zu weitere 2,12 Prozent auf 93,05 Euro hoch, bevor die Anleger der Mut verließ. Offenbar rückten die maue Geschäftsentwicklung im dritten Quartal und praktisch aufgegebene Jahresziele wieder etwas in den Vordergrund. Zum Börsenschluss notierten die Titel als einer der größten Dax-Verlierer 1,19 Prozent tiefer bei 90,03 Euro.

Mit einem Tag Verzögerung verliehen die optimistischeren Aussagen des Aixtron-Managements zur Auftragsentwicklung den Aktien des Spezialmaschinenbauers doch noch Rückenwind: Sie schossen an der TecDax-Spitze um 11,50 Prozent auf 12,56 Euro empor, was den höchsten Stand seit Frühjahr 2014 bedeutete. Im bisherigen Jahresverlauf hat sich der Kurs damit mehr als vervierfacht. Aixtron hatte im dritten Quartal dank anhaltend guter Nachfrage schwarze Zahlen geschrieben und die Prognose für den Auftragseingang erhöht.

Der Euro sank am Freitag weiter und notierte zuletzt bei 1,1582 US-Dollar so tief wie zuletzt vor über drei Monaten. Am Donnerstag vor den EZB-Beschlüssen war er noch mehr als 1,18 Dollar wert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs am Freitag auf 1,1605 Dollar fest. Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von 0,27 Prozent am Vortag auf 0,22 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,33 Prozent auf 141,49 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,47 Prozent auf 162,45 Punkte./gl/stb

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---