ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax rutscht weiter ab wegen Virussorgen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben den jüngsten Kursrutsch am Freitag nur phasenweise zum Einstieg genutzt. Zum Ende hin traten sie doch wieder auf die Bremse aus Angst vor dem, was weiter steigende Coronavirus-Infektionszahlen nach der jüngsten Dax-Rally über die 13 000 Punkte für die Aktienmärkte bedeuten könnten.

Der Dax <DE0008469008> war zunächst über die 12 500 Punkte zurückgekehrt, rutschte am Nachmittag aber ins Minus ab, als auch der New Yorker Dow Jones Industrial <US2605661048> mit den US-Standardwerten eine schwächere Tendenz einschlug. Letztlich verlor der deutsche Leitindex 0,54 Prozent auf 12 313,36 Punkte. Im Wochenverlauf hat er damit etwa vier Prozent verloren. Im Juli schmolz das Plus auf nur noch 0,02 Prozent.

Neben den Sorgen vor erforderlichen möglichen neuen Maßnahmen gegen den Virus und einer wachstumsbremsenden Wirkung beschäftigte die Anleger auch die Berichtssaison der Unternehmen - zu Wochenschluss aber eher in der zweiten Börsenreihe mit diversen Berichten zum Beispiel aus dem MDax <DE0008467416>. Für den Index der mittelgroßen deutschen Werte ging es am Freitag um 0,28 Prozent auf 26 191,82 Punkte bergab.

Scrollen, um mit dem Inhalt fortzufahren
Anzeige

Nemetschek <DE0006452907> gewannen an der MDax-Spitze 4,4 Prozent. Der Bausoftware-Anbieter hatte mit seinem zweiten Quartal die Erwartungen übertroffen. Allgemein waren in der zweiten Börsenliga IT- und Software-Aktien gefragt, wie auch Anstiege bei Cancom <DE0005419105>, Bechtle <DE0005158703>, Teamviewer <DE000A2YN900>, Software AG <DE000A2GS401> und Compugroup <DE0005437305> um zwischen 1,9 und 4,1 Prozent belegen.

Auch im Dax waren Technologiewerte unter den Gewinnern. Im vorderen Indexfeld rückten Infineon <DE0006231004> immerhin um 0,8 Prozent vor. Garant für die gute Stimmung im Sektor waren starke Zahlen der US-Technologiegiganten wie Apple <US0378331005>, Amazon <US0231351067> oder Facebook <US30303M1027>. Anders als beim Dow kamen diese bei den Nasdaq-Anlegern gut an.

Zu den Gewinnern im Dax zählten auch die Aktien des Triebwerkherstellers MTU <DE000A0D9PT0>, die nach einem neuen Ausblick auf 2020 ein Plus von 1,1 Prozent über die Ziellinie brachten. Nach den neuen Plänen soll nicht nur das operative Ergebnis, sondern auch das bereinigte Nettoergebnis 2020 klar im schwarzen Bereich bleiben.

Andere Zwischenberichte von Unternehmen kamen jedoch bei Anlegern nicht so gut an. So sackten die Titel von ProSiebenSat.1 <DE000PSM7770> als MDax-Schlusslicht um 9,4 Prozent ab. Der TV-Konzern hatte im zweiten Quartal wegen weggebrochener Werbeeinnahmen rote Zahlen geschrieben.

Gea Group <DE0006602006> verloren im MDax 3,7 Prozent. Börsianer begründeten dies vor allem mit Gewinnmitnahmen nach starkem Lauf. Der im Umbau steckende Konzern kommt dank bereits zuvor eingeleiteter Sparmaßnahmen weiter relativ gut durch die Krise und erhöhte seine Prognose.

Für die Nutzfahrzeugholding Traton <DE000TRAT0N7> ging es im SDax um 7,3 Prozent bergab. Die Volkswagen <DE0007664039>-Tochter kann wegen der Kaufzurückhaltung der Kunden einen Verlust im Gesamtjahr nicht ausschließen.

Der EuroStoxx <EU0009658145> verlor am Freitag mehr als ein Prozent auf 3174,32 Punkte. In Paris und London standen die Leitindizes Cac 40 <FR0003500008> und FTSE 100 <GB0001383545> mit Einbußen von bis zu 1,5 Prozent noch stärker unter Druck als der Dax. Der New Yorker Dow stand zuletzt mit 0,75 Prozent im Minus.

Die Kurse deutscher Bundesanleihen sind am Freitag überwiegend gestiegen. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> legte um 0,10 Prozent auf 145,85 Punkte zu. Die Umlaufrendite fiel im Gegenzug von minus 0,55 Prozent am Vortag auf minus 0,57 Prozent. Der Bund Future gab um 0,17 Prozent auf 177,41 Zähler nach.

Der Eurokurs <EU0009652759> kletterte vorübergehend über 1,19 US-Dollar auf den höchsten Stand seit Mai 2018. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung mit 1,1818 Dollar aber wieder weniger. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1848 (Donnerstag: 1,1743) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8440 (0,8516) Euro./tih/he

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---